DB Real Estate Bürogebäude
Australier steigen in Deutschland groß ein

Australische Investoren finden zunehmend Interesse an deutschem Grund und Boden. Sie gehen davon aus, dass die Krise auf dem Immobilienmarkt zu Ende geht und schätzen speziell den deutschen Markt auch, weil er der größte in Europa ist.

HB DÜSSELDORF. Jüngstes Großinvestment ist das des Rubicon Europe Trust. Australiens erster börsennotierter Immobilienfonds erwarb für 344 Mill. Euro 95 Prozent der Anteile an drei Bürogebäuden von der DB Real Estate. Die Gebäude sind im Durchschnitt zu 97 Prozent vermietet. Hauptmieter sind Rubicon zufolge Deutsche Bahn, Hochtief, Techniker-Krankenkasse und die Beratungsgesellschaft PWC. Die Deutsche-Bank-Tochter bleibt Rubicon zufolge mit fünf Prozent an diesem Portfolio beteiligt. Rubicon-Geschäftsführer Gordon Fell begründet das Investment mit Renditen über den Kosten langfristiger Zinsen und dem Hoch des australischen Dollars gegenüber dem Euro. Die Rubicon-Gruppe verwaltet nach eigenen Angaben ein Immobilienportfolio von rund 1,6 Mrd. australischen Dollar (eine Mrd. Euro), davon 1,2 Mrd. im Ausland.

„Im kommenden Jahr will Rubicon seinen europäischen Fonds nachhaltig erweitern“, teilt das Immobilienberatungsunternehmen DTZ Deutschland mit, das Rubicon bei der Transaktion begleitet hat. DTZ wird die beiden Frankfurter Objekte und eines in Berlin für Rubicon managen.

Hintergrund des Interesses von Vermögensverwaltern aus „Down under“ an deutschen Liegenschaften seien die hohen Mittelzuflüsse australischer Pensionsfonds, erläutert Timo Tschammler, bei DTZ in London für internationale Investments zuständig. Australische Arbeitnehmer seien verpflichtet, neun Prozent ihres Einkommens an Pensionsfonds abzuführen. Den Fonds flössen so jährlich rund 60 Mrd. australische Dollar zu. „Davon werden rund zehn Prozent in Immobilien investiert“, sagt Tschammler. Australische Versorgungskassen seien jüngst per Gesetz zu größerer Diversifikation verpflichtet worden, ergänzt Norbert Müller, Chef der Kapitalmarkt-Abteilung des internationalen Immobilienberatungsunternehmens Jones Lang Lasalle (JLL) in Deutschland. Auch Müller sieht die Aussicht auf Währungsgewinne als eine zusätzliche Triebfeder für australische Kapitalsammelstellen, in Deutschland zu investieren. Bislang hätten sie sich vor allem in den USA engagiert.

Zu den großen australischen Investoren gehört auch die ebenfalls börsennotierte GPT-Gruppe mit einem Immobilienvermögen von etwa 9,3 Mrd. australischen Dollar. Mit ihrem Partner Babcock & Brown legte die GPT rund 460 Mill. australische Dollar in mehrheitlich in Bayern gelegenen Fachmarktzentren an. Darüber hinaus stieg das Joint Venture bei mehreren Gelegenheiten mit 823 Mill. australischen Dollar in den deutschen Wohnungsmarkt ein. Von ursprünglich rund 17 500 Wohnungen wurden inzwischen knapp 6 000 wieder verkauft.

Ein weiteres Beispiel: Der in Australien ansässige ING Industrial Fund der ING Real Estate gab 155 Mill. australische Dollar für Logistikzentren in Berlin, Bremen und Erfurt aus. Das Argument der Australier: „Deutschland ist das Herz Europas und bietet leichten Zugang zu allen europäischen Märkten.“ Der geographische Schwerpunkt für Logistikaktivitäten verlagere sich nach der Erweiterung der Europäischen Union von Belgien und den Niederlanden aus ostwärts nach Deutschland.

Das Fazit von JLL-Experte Müller: „Weitere australische Investitionen werden folgen.“

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