DDR-Investment
Versandhaus-Familie Otto kauft in den USA zu

Mit 112 Millionen Dollar steigt die Familie Otto beim amerikanischen Shoppingcenterentwickler Developers Diversified Realty (DDR) ein. DDR sieht in dem Einstieg ein Investitionssignal für andere eigenkapitalstarke Anleger, Otto hofft auf ein lohnendes Investment.

DÜSSELDORF. Die Familie Otto wird zum Retter des führenden US-Shoppingcenterentwicklers Developers Diversified Realty (DDR). DDR gibt 30 Mio. neue Stammaktien aus, die die als Eigner des Otto-Versands bekannte Familie für 112,5 Mio. Dollar kauft. Die auf Discountmärkte spezialisierte DDR ist hoch verschuldet und erlebte in den vergangenen Monaten einen desaströsen Kurseinbruch (siehe Grafik). Zusätzlich räumt die Ottos DDR einen Kredit über 60 Mio. Dollar ein. DDR-Chef Scott Wolstein lobte ECE als Partner, der es ermögliche, die Verschuldung zu reduzieren und die Liquidität zu verbessern.

„Wir nutzen unsere Chancen in der Krise“, kommentierte ECE-Chef Alexander Otto, der außerdem für das Immobiliengeschäft der Familie in Nordamerika verantwortlich ist. Er hofft, dass das Engagement ein Investitionssignal für andere eigenkapitalstarke Anleger ist. Die ECE gehört ebenfalls der Familie Otto und ist Europas größter Entwickler und Betreiber von Einkaufszentren, der darüber hinaus seine Objekte häufig an die im MDax gelistete Deutsche Euroshop verkauft. An der wiederum halten Mitglieder der Familie zwischen 20 und 30 Prozent.

Zum Milliarden Euro schweren Immobilienportfolio der Familie gehörten bereits zuvor sechs Mio. DDR-Aktien. Darüber hinaus hat sie sich eine Option auf weitere zehn Mio. Aktien gesichert. Wenn die Ottos diese Option ausüben, sind sie mit einem Anteil von etwa 30 Prozent der mit Abstand größte Einzelaktionär des US-Reits, also eines an der Börse gehandelten Immobilienfonds. Eine höhere Beteiligung wäre nur noch möglich, wenn andere Großaktionäre Anteile abgäben. An einem börsennotierten US-Reit dürfen die fünf größten Aktionäre nicht mehr als 50 Prozent halten.

„DDR wird sich nun auf die Entschuldung konzentrieren“, kündigte Alexander Otto an. Dies soll geschehen, indem Schulden zurückgekauft werden. Dies sei in den USA zurzeit mit Abschlägen von bis zu 40 Prozent möglich, sagte Otto. Banken lassen sich darauf ein, weil sie dringen Liquidität benötigen und das Verhältnis von Eigenkapital zu Ausleihungen verbessern müssen. Vergleichbare Geschäfte gab es auch in Deutschland. So kaufte die börsennotierte Wohnimmobiliengesellschaft Colonia Real Estate im Herbst 2008 Bankkredite – allerdings mit weit geringeren Abschlägen – zurück.

Der Einstieg der Ottos hievte die Aktie gestern über die Marke von drei Dollar, obwohl DDR vor zwei Tagen einen Verlust von 83 US-Cent je Aktie für 2008 nach 1,85 Dollar je Aktien im Jahr zuvor auswies. Obwohl die Vereinbarung vorsieht, dass die Familie für die ersten 15 Mio. Aktien je 3,50 Dollar und für die zweite Tranche vier Dollar zahlt, verteidigt Alexander Otto das Geschäft. Der Kurs sei während der Verhandlungen deutlich gefallen. Zum anderen sei DDR unterbewertet. An der Börse werde das Unternehmen mit seinen 710 Märkten in 45 US–Staaten zum neunfachen der Mieteinnahmen gehandelt – was er als niedriger Wert einstuft.

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