Deutlich weniger Baugenehmigungen im ersten Halbjahr
Interesse am Wohnungsbau sinkt

Im ersten Halbjahr sind deutlich weniger Baugenehmigungen erteilt worden als im Vorjahr. Sowohl bei Wohnungen als auch bei Fabrikgebäuden gingen die Genehmigungen deutlich zurück. Nur die Hotel- und Gaststättenbranche wurde eifrig gebaut.

HB BERLIN. Die Zahl der genehmigten Wohnbauten sank nach Angaben des Statistischen Bundesamtes um vier Prozent auf 152 400. Das sind 6 300 weniger als im Vorjahr. Mit knapp sechs Prozent fiel der Rückgang bei Einfamilienhäusern überdurchschnittlich stark aus. Die Antragszahlen zum Bau von Mehrfamilienhäusern stagnierten.

Anfang 2003 hatten die Baugenehmigungen um mehr als ein Drittel zugenommen, die Bauherren wollten sich noch schnell die Eigenheimzulage sichern.. Inzwischen liefen diese so genannten Vorzieheffekte allmählich aus, hieß es beim Statistikamt. Nach den Plänen der Bundesregierung gilt die Förderung von Eigenheimen nur noch bis Ende des Jahres.

An bestehenden Gebäuden wurden in den ersten sechs Monaten des Jahres gut 16 000 Bauvorhaben genehmigt - gut drei Prozent mehr als im Vorjahr. Im Bereich der Nichtwohngebäude ging die Anzahl der Baugenehmigungen auf gut 76 000 und damit um 14,5 Prozent zurück. Dabei genehmigten die Behörden 24 Prozent weniger neue Büro- und Verwaltungsgebäude. Die Genehmigungen für den Bau von Fabriken und Werkstätten sanken um gut 13 Prozent.

Dagegen wurden fast 18 Prozent mehr Hotel- oder Gaststättenbauten genehmigt. Die Zahl der Genehmigungen an private Bauherren nahm um 15,5 Prozent ab und sank damit mehr als doppelt so stark wie die Genehmigungen für öffentliche Bauten.

Die erteilten Baugenehmigungen sind ein Indikator für die weitere Entwicklung der deutschen Bauwirtschaft. Die leidet seit dem Ende des Wiedervereinigungsbooms Mitte der Neunziger Jahre unter beständig schwindender Nachfrage.

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