Deutsche-Bank-Fonds
Grundbesitz-Invest zieht sich fast ganz aus Deutschland zurück

Die Deutsche Bank verkauft aus ihrem problembehafteten, offenen Immobilienfonds Grundbesitz-Invest 61 Bürogebäude für 2,1 Mrd. Euro an einen britischen Investor. Es handelt sich dabei um fast alle deutschen Immobilien des Fonds. Dieser wird damit komplett neu ausgerichtet und auch umbenannt. Anteile an dem umgestalteten Fonds kann vorerst aber niemand kaufen.

HB FRANKFURT. Die Deutsche Bank teilte am Donnerstag in Frankfurt mit, sie verkaufe das Immobilienportfolio an die börsennotierte Immobilienanlagegesellschaft Eurocastle. Die vom US-Finanzinvestor Fortress gemanagte Eurocastle hat sich eigenen Angaben zufolge auf deutsche Gewerbeimmobilien spezialisiert.

Durch den Verkauf des Immobilienpakets erhält der offene Immobilienfonds nunmehr eine europäische Ausrichtung. Dieser Repositionierung will die Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate durch eine Umbenennung in Grundbesitz-Europa zum zweiten Quartal 2007 Rechnung tragen. „Die Repositionierung des Fonds ist damit abgeschlossen“, sagte Holger Naumann, Chef der Deutsche-Bank-Tochter DB Real Estate. Naumann zufolge enthält der Fonds künftig nur noch einen Anteil von 14 Prozent deutscher Immobilien; vor dem Verkauf waren es 59 Prozent.

Der Grundbesitz-Invest verbuche durch die Transaktion einen Buchgewinn von rund 200 Mill. Euro. Dieser solle über steigende Anteilswerte alleine den derzeit investierten rund 300 000 Anlegern zufließen. Deshalb werde die Deutsche Bank den Verkauf neuer Fonds-Anteil vorübergehend bis voraussichtlich mindestens Ende März 2007 aussetzen. „Wir reden hier aber nicht über die Rückgabe von Anteilen“, stellte Naumann klar. Wer seine Anteile verkaufen wolle, könne dies weiter jederzeit tun.

Krise der Immobilienfonds

Der bislang primär in Deutschland anlegende Grundbesitz Invest war am 13. Dezember 2005 nach Ankündigung der Neubewertung aller Immobilien geschlossen und erst am 3. März 2006 wieder geöffnet worden. Anleger hatten hohe Abwertungen auf Fondsimmobilien und daraus resultierende spürbare Verluste erwartet und waren aus dem Fonds geflüchtet. Insgesamt flossen 2,7 Mrd. Euro ab. Letztendlich wurde das Immobilienvermögen jedoch nur um 2,4 Prozent abgewertet.

Mit der bislang in Deutschland einmaligen Schließung hatten die Frankfurter ein Tabu gebrochen und eine Woge der Entrüstung in der Branche ausgelöst. Andere Häuser hatten bei ähnlichen Problemen ihre Fonds stets aus eigener Kraft gestützt. Die Schließung hatte eine Krise der offenen Immobilienfonds verursacht; massive Mittelabflüsse setzten allen offenen Immobilienfonds zu.

Nicht der erste Verkauf beim Krisenfonds

Immobilienkäufer Eurocastle erklärte, es handele sich bei dem milliardenschweren Paket vorwiegend um „erstklassige Büroimmobilien“ mit einer anfänglichen Mietrendite von etwa 5,6 Prozent. Die Mietfläche beträgt 840 000 Quadratmeter; mehr als vier Fünftel seien auf 5 Jahre vermietet. Der Großteil der Gebäude liege in den Ballungszentren Frankfurt, München, Berlin, Hamburg und Düsseldorf.

Eurocastle hatte bereits vor einigen Monaten der Grundbesitz-Invest ein Immobilienpaket von 500 Mill. Euro abgekauft. Es handelte sich dabei um 6 Gebäude. Der Fonds hatte zuvor bereits im März und im Mai Objekte im Wert von fast 1,1 Mrd. Euro veräußert.

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