Deutsche Bank und KanAm preschen vor
Das Revival der Immobilienfonds

Nach der Finanzkrise mussten viele Fonds auf Eis gelegt werden, weil die Anleger geflüchtet waren. Nun kommt die Deutsche Bank mit einem Offenen Immobilienfonds zurück – der sich vor allem an Privatanleger richtet.
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FrankfurtDie Deutsche Bank wagt sich erstmals seit 14 Jahren wieder mit einem Offenen Immobilienfonds an den Start. Der „Grundbesitz Fokus Deutschland“, der ab Oktober vermarktet wird, soll in breit gestreute Gewerbeimmobilien auf dem Heimatmarkt investieren, wie das Institut am Montag ankündigte. Der Fonds richtet sich vor allem an Privatanleger, die bereits mit kleinen Beträgen einsteigen können. Insgesamt soll bis zu 700 Millionen Euro Eigenkapital eingeworben werden.

Es ist das dritte Produkt dieser Art bei der Deutschen Bank – die beiden anderen Offenen Fonds investieren global beziehungsweise europaweit. Und es ist der erste Fonds des Instituts nach der neuen Gesetzgebung, die nach den Umwälzungen der Finanzkrise eine Mindesthaltedauer der Anteile von zwei Jahren und eine Kündigungsfrist von einem Jahr vorsieht. So sollen Liquiditätsengpässe künftig verhindert werden.

„Wegen der Niedrigzinsen steigt die Nachfrage der privaten Anleger nach Sachanlagen“, erklärte Ulrich Steinmetz, der in der Vermögensverwaltungssparte der Deutschen Bank für Immobilienpublikumsfonds verantwortlich ist, im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Reuters. Die zuständige Fondsmanagerin Anke Weinreich erläuterte: „Wir interessieren uns gleichermaßen für Büro-, Einzelhandels- Hotel- und Logistikimmobilien und schauen dabei auch auf wachstumsstarke mittelgroße Städte wie Bonn oder Nürnberg.“

Neugründungen wie diese stehen für eine Wiederbelebung des Sektors, der in der Finanzkrise zum Kollateralschaden wurde. Damals mussten etliche Fonds vorübergehend eingefroren werden. Der Grund: Viele hatten institutionelle Anleger an Bord, die von heute auf morgen große Summen abzogen, weil sie selbst knapp bei Kasse waren. Fondsanteile konnten damals noch börsentäglich zurückgegeben werden, obwohl der Verkauf von Immobilien zur Freisetzung von Kapital viel länger dauert.

In der Folge gerieten etliche Fonds in Schieflage, viele mussten ihren Betrieb dauerhaft einstellen. Inzwischen werden 15 Offene Immobilienfonds mit einem Anlagevermögen von gut 15 Milliarden Euro abgewickelt - etwa ein Fünftel der Branche, wie aus Zahlen des Fondsverbandes BVI hervorgeht.

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