Deutsche Investoren zurückhaltend
Französische Immobilien-AGs heizen den Markt kräftig an

Auch wenn das Jahr 2006 noch nicht vorbei ist, so steht doch schon eines fest: Es wird erneut ein Rekordjahr für den französischen Immobilienmarkt werden. Bei Investoren sind Büroimmobilien an der Seine gefragt wie nie. Das lässt die Renditen sinken.

PARIS. Bereits nach neun Monaten hat das Investitionsvolumen von bis dahin 18,5 Mrd. Euro die Marke aus dem Jahr 2005 von 15,7 Mrd. Euro deutlich übertroffen. 85 Prozent davon entfallen auf den Markt für Büroimmobilien.

Angesichts leicht steigender Mieten und fallender Leerstandsquoten (5,2 Prozent) stellen die Experten von DTZ Research fest, „dass die großen Investoren immer noch Appetit haben“. Ein Großteil (37 Prozent) der verkauften Flächen ging daher nicht an Eigennutzer, sondern wurde an institutionelle Investoren wie Fonds oder Versicherungen verkauft.

Das soll auch in Zukunft so bleiben: „Die Zuwächse am Londoner Markt zeigen, dass das Aufholpotenzial von Paris noch lange nicht ausgeschöpft ist“, heißt es bei Immobilienberater Jones Lang Lasalle (JLL). Der französische Gesetzgeber trägt zudem seinen Teil dazu bei, dass der Markt weiter an Fahrt gewinnt: Neue Steuerregeln für das französische Gegenstück zum Reit, der steuerbegünstigten Immobilienaktiengesellschaft, die in Frankreich Société d'Investissements Cotée, kurz SIIC genannt wird, machen Immobilien-Verkäufe interessanter.

Deutsche Fonds-Investoren nutzen diese Möglichkeiten bereits rege. So kündigte der offene Fonds SEB Immo-Invest im August kurz hintereinander zwei größere Verkäufe an. „Seit Anfang des Jahres können Investoren Immobilien an eine SIIC verkaufen und müssen nur 50 Prozent der realisierten Gewinne versteuern“, erklärt Brigitte Scholl, Sprecherin von SEB Asset Management. Zuvor galten diese Steuervorteile nur für die Einbringung von Immobilien in eine SIIC – damit wollte es die Regierung Unternehmen erleichtern, sich von selbst genutzten Immobilien zu trennen, um sich auf das Kerngeschäft zu konzentrieren.

„Die SIIC haben eine neue Dynamik in den Immobilienmarkt gebracht“, bestätigt Aurélie Lemoine, Analystin des Immobilienberaters CB Richard Ellis (CBRE) in Paris. Mittlerweile nämlich nutzen auch ausländische Investoren französische Reits: Im April gliederte die Commerz Grundbesitz Gruppe (CGG) drei Büroimmobilien aus ihrem offenen Immobilienfonds Hausinvest Europa in eine SIIC aus. Auch die niederländische Rodemco gründete bereits eine in Frankreich gelistete SIIC. Die steuerlichen Vorteile für die SIIC haben ihrer Ansicht nach eine „signifikante Investment-Kapazität“ freigesetzt.

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