Deutsche Wohnen gegen Vonovia: Anleihebesitzer im Zentrum der Übernahmeschlacht

Deutsche Wohnen gegen Vonovia
Anleihebesitzer im Zentrum der Übernahmeschlacht

Der Vermieter Deutsche Wohnen fährt die Stacheln aus, um sich gegen die Übernahme durch den Dax-Konzern Vonovia zu wehren. Um Wandelanleihe-Besitzer für sich zu gewinnen, könnte Deutsche Wohnen viele Millionen ausgeben.

FrankfurtDer Immobilienkonzern Deutsche Wohnen funkt dem größeren Rivalen Vonovia bei dessen feindlichem Übernahmeversuch erneut dazwischen. Der Deutsche-Wohnen-Vorstand behält sich - anders als zunächst erklärt - vor, ausgegebene Wandelanleihen nicht in Aktien zu tauschen. Die Inhaber der Papiere sollten viel mehr in bar abgefunden werden, wie die Nummer zwei unter den Wohnungsvermietern in Deutschland am Freitag mitteilte. Das könnte die Deutsche Wohnen mehr als 900 Millionen Euro kosten.

Seit Monaten beharken sich Vonovia (ehemals Deutsche Annington) und Deutsche Wohnen. Der Dax-Konzern Vonovia will mit aller Gewalt an die vor allem in Berlin liegenden Wohnungen des Konkurrenten einverleiben. Doch der kleinere Konkurrent – mit immerhin 147.000 Wohnungen im Bestand – will sich nicht geschlagen geben.

Mit dem neuen Schachzug will die Deutsche Wohnen die Hürde wieder höher legen, die Vonovia für eine Übernahme überspringen muss. Vonovia wertet die Ankündigung der Deutschen Wohnen, die Wandelanaleihen statt mit Aktien in bar zu bezahlen, „als bewussten Versuch, den Markt zu verunsichern und so die attraktive Übernahmeofferte von Vonovia zu vereiteln“.

Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn hatte das Übernahmeangebot von Vonovia immer als unattraktiv abgelehnt. Am Ende könnte das seit Monaten schwelende Tauziehen vor Gericht entschieden werden.

Vonovia hatte die Inhaber der Deutsche-Wohnen-Wandelanleihen auf seiner Seite gewähnt. Denn sie können rund 20 Prozent Gewinn machen, indem sie ihre Papiere im Nominalvolumen von 650 Millionen Euro nach einem Eigentümerwechsel umtauschen und das Angebot des Branchenführers annehmen. Für sie ist die Offerte damit sogar deutlich lukrativer als für die Deutsche-Wohnen-Aktionäre.

Der größere Konzern wirf Deutsche Wohnen jetzt vor, den Anleihegläubigern eigentlich offiziell mitgeteilt zu haben, dass sie beabsichtige, die Wandelanleihen durch Schaffung neuer Aktien zu tilgen und jetzt eben anders als versprochen handeln zu wollen. Die Investoren hätten allerdings der ursprünglichen Aussage vertraut und sie zur Grundlage von Anlageentscheidungen gemacht. Diese dürften sich zu Recht getäuscht fühlen, kritisieren die Bochumer.

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