Deutsche Wohnen und Adler Real Estate
Immobilienboom füllt Kassen von Konzernen

Höhere Mieten haben den Immobilienkonzernen Deutsche Wohnen und Adler Real Estate die Kassen gefüllt. Während Deutsche Wohnen keine größeren Zukäufe plant, steckt Adler 120 Millionen Euro in neue Apartments.
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FrankfurtHöhere Mieten in Deutschland lassen die Kassen der Immobilienkonzerne Deutsche Wohnen und Adler Real Estate klingeln. Deutsche Wohnen steigerte das operative Ergebnis (FFO I) in den ersten neun Monaten um neun Prozent auf 330 Millionen Euro, wie Deutschlands zweitgrößter Wohnungskonzern am Dienstag mitteilte.

Das Unternehmen besitzt etwa 161.000 Wohnungen, rund 71 Prozent davon im Großraum Berlin. Der Konzern profitiert von den schnell steigenden Mieten in der Hauptstadt. Auf der anderen Seite bekommt er auch höhere Kosten für Handwerker und das eigene Personal zu spüren: Wegen steigender Investitionen werde sich das Gewinnwachstum in den kommenden Jahren abschwächen, sagte Finanzchef Philip Grosse.

Wenn überhaupt, werde die operative Rendite (NOI-Marge) nur leicht steigen. Für das laufende Jahr bestätigte Deutsche Wohnen die Prognose, die einen Anstieg des Betriebsgewinns auf mindestens 425 (Vorjahr: 383,9) Millionen Euro vorsieht.

Chancen auf größere Zukäufe in Berlin sieht der nach Vonovia zweitgrößte deutsche Wohnungskonzern angesichts der hohen Nachfrage und der gestiegenen Preise derzeit nicht. Es seien allenfalls kleinere Häuser mit zehn bis 40 Wohnungen auf dem Markt, sagte der zuständige Vorstand Lars Wittan.

„Immer häufiger sind die geforderten Preise so hoch, dass sie für uns nicht mehr attraktiv sind“, klagte auch Adler-Chef Arndt Krienen. Daher gewinnen Entwicklungsprojekte gegenüber dem Kauf bestehender Wohnungen an Attraktivität. 120 Millionen Euro steckt Adler in den Kauf von 700 Neubauapartments in Berlin-Mitte, wie der Konzern in der Nacht zum Dienstag ankündigte. Die Wohnungen sollen Ende 2019 fertiggestellt werden und dann Nettomieteinnahmen von elf Millionen Euro abwerfen.

Bislang besitzt Adler insgesamt gut 53.000 Wohnungen – vor allem in Wilhelmshaven, im Ruhrgebiet und in Berlin. In den ersten neun Monaten stiegen die Nettomieteinnahmen um 3,8 Prozent auf 130,5 Millionen Euro, der Gewinn aus dem Vermietgeschäft schoss um 45,3 Prozent auf 27,1 Millionen Euro in die Höhe. Das sei auch dem Konzernumbau zu verdanken.

„Wir sind auf gutem Weg, unsere – aus unserer Sicht durchaus ambitionierten – Jahresziele zu erreichen“, sagte Krienen. Der Betriebsgewinn solle im laufenden Jahr bei gut 40 Millionen Euro liegen, was einem Zuwachs von etwa 50 Prozent entspreche.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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