Deutsche Wohnen
Wohnungskonzern will nicht gefressen werden

Michael Zahn, Chef des Wohnungskonzerns Deutsche Wohnen, bläst die Übernahme von LEG Immobilien ab. Branchenführer Vonovia hat den Deal torpediert – und will sich selbst Deutsche Wohnen schnappen. Ein großer Machtkampf.

DüsseldorfDie Deutsche Wohnen, zweitgrößter börsennotierter Wohnungsvermieter in Deutschland, wehrt sich gegen die feindliche Übernahem durch Branchenprimus Vonovia. Deutsche-Wohnen-Chef Michael Zahn zweifelt an den von Vonovia vorgerechneten Synergien an. „Es ist schwer für Vonovia, Synergien zu zeigen“, sagte er in einer Analystenkonferenz. Für ihn überwiegen – wie nicht anders zu erwarten – die Nachteile für die eigenen Aktionäre: ein höheres Risiko durch den Anstieg der Verschuldung, ein weniger fokussiertes Portfolio mit höheren Verwaltungskosten je Einheit und ein geringeres Mietpreiswachstum des fusionierten Unternehmens.

Im Übrigen ist er der Auffassung, dass das Angebot der Vonovia dazu diente, die Übernahmeofferte der Deutsche Wohnen für die LEG Immobilien, die Nummer drei im Markt „zu zerstören“.

Vonovia reagierte auf Zahns Äußerungen zurückhaltend: „Wir habe am 14. Oktober einen Vorschlag gemacht, der nach wie vor gültig ist. Wir haben die Entscheidung der Deutschen Wohnen zur Kenntnis genommen“, teilten die Bochumer auf Anfrage mit. Mit Hinblick auf die Veröffentlichungen der eigenen Neun-Monats-Zahlen am 3. November wollte sich der Konzern zu weiteren Details nicht äußern.

Am Mittwochabend hatte die Deutsche Wohnen informiert, dass sie den Versuch aufgibt, die auf Nordrhein-Westfalen konzentrierte LEG zu kaufen. Die außerordentliche Hauptversammlung am 28. Oktober, auf der die Aktionäre die Fusion mit der LEG und die dafür notwendige Kapitalerhöhung absegnen sollten, wurde abgesagt. LEG-Vorstandschef Thomas Hegel kommt die Absage nicht ungelegen: „Die LEG verfügt über ein starkes wirtschaftliches Fundament. Unsere Strategie der regional fokussierten Expansion überzeugt."

Mit dem Platzen des Deutsche-Wohnen-LEG-Deals kommt automatisch das Übernahmeangebot der Vonovia für Deutsche Wohnen ins Spiel. Der Marktführer hat eine gemischte Aktien- und Bar-Offerte abgegeben: für elf Deutsche-Wohnen-Titel soll es sieben Vonovia-Papiere und 83,14 Euro in bar geben. Zum aktuellen Vonovia-Kurs gerechnet, wären dies etwa 24,60 Euro je Aktie. Zum Zeitpunkt des Angebots waren dies rund 26 Euro – ein Preis, den Deutsche-Wohnen-Lenker Zahn auch als deutlich zu niedrig erachtet: „Das Angebot stellt einen deutlichen Abschlag auf den inneren Wert da“, sagte er. Welchen Preis er für angemessen hält, sagte er nicht.

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Wohnungskonzern will nicht gefressen werden

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Deutsche Wohnen befürchtet Nachteile für die Aktionäre

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