Deutscher Immobilienmarkt
Reiz für ausländische Investoren

Steigende Mieten und anziehende Preise für Immobilien locken ausländische Investoren. Sie sichern mit ihrem Geld den weiteren Aufschwung am deutschen Immobilienmarkt.

Das ist gerade noch mal gut gegangen: Anfang September verkaufte die Deutsche-Bank-Fondstochter DB Real Estate sechs Bürogebäude an Eurocastle, eine Tochter des amerikanischen Finanzinvestors Fortress. Die Immobilien stammen aus dem offenen Publikumsfonds Grundbesitz-Invest, der im Dezember vergangenen Jahres wegen drohender Illiquidität vorübergehend geschlossen wurde. Obwohl der Verkauf also alles andere als freiwillig war, bekam DB Real Estate nach eigenen Angaben für alle Objekte mindestens den Verkehrswert, zum Teil sogar mehr. Das hätte zu anderen Zeiten schlimmer ausgehen können. Doch der Andrang internationaler Investoren auf dem deutschen Immobilienmarkt bewahrt derzeit Verkäufer vor unangenehmen Überraschungen.

So ist auf dem Gewerbeimmobilienmarkt in Deutschland inzwischen ein ähnlicher Andrang ausländischer Geldgeber zu beobachten wie im Wohnsegment. Traditionelle deutsche Immobilienmanager rieben sich in den vergangenen Monaten oft verdutzt die Augen. Egal, ob es die schmucklosen Wohnblöcke der Viterra in Essen-Katernberg oder die nicht weniger renovierungsbedürftigen Behausungen der GSW in Berlin-Lichtenberg waren: Wann immer große Pakete an Wohnimmobilien in Deutschland versteigert wurden, lieferten sich ausländische Investoren heftige Bietergefechte. Die 135 000 Wohnungen der Viterra waren der Deutschen Annington und ihrem Eigentümer, dem britischen Finanzinvestor Terra Firma, sieben Milliarden Euro wert. Die Stadt Dresden sanierte ihre Finanzen, indem sie die 48 000 städtischen Wohnungen der Woba für 1,75 Milliarden Euro an Fortress verkaufte.

Deutsche Wohnblöcke sind bei ausländischen Investoren seit Jahren in Mode. Doch nun reißen sich die internationalen Geldgeber auch um Gewerbeobjekte. Andreas Schulten, Vorstand beim Immobilienberatungsunternehmen BulwienGesa in Berlin, warnt schon vor einer Überhitzung: "Meiner Meinung nach ist die Blase im deutschen Immobilienmarkt schon da." Doch sie platzt nicht. Im Gegenteil. Trotz teilweise hoher Preise zeigt der Trend weiter aufwärts. "Das große Interesse aus dem Ausland sorgt dafür, dass die Bewertungen trotzdem weiter steigen", sagt Schulten. Und zwar in beiden großen Segmenten.

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