Deutscher Wohnungsmarkt
Das leere Land

Wohnungsnot in Deutschland ist ein Phänomen der Großstädte. Im Rest des Landes herrscht ein anderes Problem: Leerstand. Eine Studie des IW zeigt, wo die Menschen wegziehen und warum das den Niedergang beschleunigt.
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DüsseldorfImmobilienboom, steigende Mieten, Wohnungsnot – das sind Themen, über die in Deutschland geredet wird. Sie sind längst im Wahlkampf angekommen. Bezahlbarer Wohnraum muss her, heißt es von Politikern beinahe aller Parteien. Dabei wird gerne übersehen: Nur in den großen Städten ist der Wohnraum knapp, im Rest des Landes herrscht genau das Gegenteil. Hier wird Leerstand zum Problem – nicht nur für ländliche Regionen im Osten, sondern auch für Städte im Westen. Das zeigt eine Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Die Wissenschaftler haben für ihre Analyse die Nachfrage nach Wohnfläche für alle 402 Landkreise und kreisfreien Städte vorausberechnet. Die Analyse lässt einen Blick in die Zukunft zu, in das Deutschland im Jahr 2030.

„Vor allem in vielen ländlichen Regionen gehen die Bevölkerungszahlen Jahr für Jahr zurück, und mit der schrumpfenden Nachfrage nach Wohnraum stagnieren die Preise, mancherorts sinken sie sogar“, sagt Michael Voigtländer, Immobilienexperte des IW. Am härtesten betroffen seien Regionen in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg, aber auch Städte wie Essen oder Dortmund.

„Die gravierendste Folge der nachlassenden Nachfrage wird ein zunehmender Leerstand sein, und der lässt sich kaum durch eine Anpassung der Mieten moderieren“, sagt Voigtländer.

Aktuell leben 15 der rund 80 Millionen Bundesbürger in Regionen mit steigenden Immobilienpreisen und Mieten. Andere Regionen kämpfen jetzt schon mit Leerstand, neben Ostdeutschland gilt das zum Beispiel für Pirmasens (9,7 Prozent), Hagen (6,9 Prozent) und Hof (8,2 Prozent). Zum Vergleich: Im Bundesdurchschnitt liegt die Leerstandsquote bei 4,4 Prozent.

Kommentare zu " Deutscher Wohnungsmarkt: Das leere Land"

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  • Wieder einer dieser unreflektierten Studien, die nur Abwanderungsströme und Leerstandsquoten zur Grundlage nehmen. Wer macht sich einmal die Mühe, z.B. nachzuprüfen, WAS genau leersteht ?! Ich bin als Wessi ständig in den gesamten NBLs unterwegs und kann nur folgendes bestätigen: Es sind i.d.R. nur Mehrfamilienhäuser leerstehend, die völlig marode und kaum mit vertretbarem Aufwand zu sanieren sind. Wir haben in einigen der in o.g. Tabelle als angeblich problematisch aufgeführten Kreise Mehrfamilienhäuser für weniger als 100 EUR/qm erworben, vernünftig saniert und haben volle Häuser, z.T. Wartelisten und keine Kaltmietenrendite unter 15 % ! Daher auch meine Bitte: referieren Sie weiterhin über solche unsinnigen Studien, dann brauchen wir auch weiterhin keine Konkurrenz zu fürchten. Denn die ebenso idiotischen Risikotools von Banken und Versicherungen beruhen auch auf diese primitiven Daten und führen dazu, dass keine Versicherungsanlagegelder und auch keine Kreditmittel in solche Projekte fliessen. Damit bleiben diese definitiv unsere Nische ...

  • Hallo? welches Haus? renoviert? ruiniert? So einen unsachverständigen Beitrag habe ich selten gelesen. Wie kann man Stendal mit Saxler vergleichen?

    Was bekommt der Redakteur pro Beitrag?

    Zuviel wahrscheinlich.

  • Da gibt es ganz ganz viel Wohungen in Überschwemmungsgebieten, die grade wieder aufgebaut werden...

    Vielleicht sollte man damit anfangen, die abzureissen...

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