Die aktuelle Studie: Chancen durch demografischen Wandel

Die aktuelle Studie
Chancen durch demografischen Wandel

Soviel ist sicher: Die Bevölkerung in Deutschland schrumpft. Und sie altert: Bereits heute leben hier zu Lande gut 14 Millionen Senioren, die älter sind als 65 Jahre. Im Jahr 2010 werden es nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden etwa 16,2 Mill. sein.

HB DÜSSELDORF. Überdurchschnittlich ansteigen wird in den kommenden sechs Jahren die Zahl der so genannten alten Alten, all jener nämlich, die 80 Jahre und älter sind. Zur Zeit haben immerhin 3,25 Mill. Menschen diese Schwelle erreicht. 2010, so die Demografen, werden es gut vier Millionen, also knapp 24 % mehr sein.

Während weite Teile der Immobilienwirtschaft den demografischen Wandel eher mit Sorge beobachten, bietet die Situation für Entwickler von Seniorenimmobilien und Pflegeeinrichtungen durchaus Chancen. So geht eine Ende 2003 veröffentlichte Studie der Hamburger Immac Immobilienfonds GmbH davon aus, dass sich bis zum Jahr 2050 die Anzahl pflegebedürftiger Menschen auf etwa 4,7 Mill. verdreifachen wird. In der Folge steigt aber auch der Bedarf an Heimen und Kliniken: Laut Immac-Studie müssten in den kommenden Jahrzehnten etwa 14 000 Pflegeheime neu errichtet werden. Das Investitionsvolumen allein für dringend notwendige stationäre Pflegeeinrichtungen beziffert der Anbieter geschlossener Immobilienfonds daher auf mehr als 40 Mrd. Euro.

Auch das Berliner Wirtschaftsforschungsinstitut Empirica geht davon aus, dass auf Grund der hohen Zahl kinderloser Senioren die "Pflegeprobleme sprunghaft ansteigen" dürften. Entsprechend werde nicht nur der Bedarf an stationären Einrichtungen zur Pflege steigen, sondern auch die Nachfrage nach seniorengerechten Wohnformen mit einem zusätzlichen und optionalen Angebot an medizinischen und pflegerischen Leistungen. "Der Markt für Service-Wohnungen ist einer der letzten großen Wachstumsmärkte der Immobilienbranche", urteilt Empirica-Geschäftsführerin Marie-Therese Krings-Heckemeier. Zwischen 1995 und 2002 habe sich die Zahl entsprechender Wohnprojekte von rund 1 500 auf gut 4 000 mehr als verdoppelt. Allerdings, schränkt sie ein, seien Projektentwickler inzwischen vorsichtiger geworden - die Konsequenz aus einer Reihe von "Pleiteprojekten" an falschen Standorten mit nicht nachfragegerechtem Leistungsprofil. So kamen noch Ende der 90er Jahre jährlich zwischen 350 und 400 Wohnprojekte auf den Markt, heute sind es weniger als 200.

Neben luxuriös ausgestatteten Seniorenresidenzen in den Bestlagen der Metropolen sind bei den Entwicklern heute auch kleinere, auf die lokale Nachfrage ausgerichtete Wohnanlagen gefragt. Aktuelle Neubauprojekte, so die Empirica-Studie, seien entweder "auf einfach ausgestattete, preisgünstige Wohnanlagen für Durchschnittsverdiener" zugeschnitten oder aber auf einkommensstarke Senioren, die Wert auf überdurchschnittlichen Komfort legen.

Entsprechend breit gefächert ist das Preisniveau: Die monatlichen Nettokaltmieten schwanken zwischen 4,10 Euro und 21,50 Euro pro Quadratmeter, drei Viertel der Mieten liegen dabei unterhalb der Schwelle von 10 Euro. Zuzüglich einer Servicepauschale zahlen 75 % aller Mieter etwa 2 500 Euro Miete pro Monat.

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