DIW-Studie Mieten in Großstädten steigen weiter

Wer eine Wohnung in einer Großstadt gemietet hat, kann auch nächstes Jahr nicht aufatmen: Denn die Mieten sollen weiter steigen. Eine Studie des DIW zeigt, wo die Immobilienmärkte weiter boomen.
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Mietshäuser in Hamburg: Die von Union und SPD geplante Mietpreisbremse werde laut DIW die Wohnungsknappheit noch erhöhen. Quelle: dpa

Mietshäuser in Hamburg: Die von Union und SPD geplante Mietpreisbremse werde laut DIW die Wohnungsknappheit noch erhöhen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Mieten in den deutschen Großstädten werden nach einer Prognose des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung auch im nächsten Jahr kräftig steigen. Die Wissenschaftler rechnen mit einem Anstieg von durchschnittlich 3,5 Prozent, Kaufpreise legen demnach sogar um 6,5 Prozent zu.

„Nach mehreren Jahrzehnten stagnierender Immobilienpreise befindet sich der deutsche Immobilienmarkt seit 2010 in einer Boomphase“, teilte das Institut mit. Ursache sei vor allem Wohnungsknappheit in den Städten, in die immer Menschen zögen. Die von Union und SPD geplante Mietpreisbremse werde die Knappheit noch erhöhen, erwartet das DIW.

Die höchsten Mietpreissteigerungen gab laut DIW seit Anfang 2010 in Berlin, München, Freiburg, Ulm und Wolfsburg. Besonders stark legten die Mieten in Städten mit mehr als einer halben Million Einwohnern. In Berlin beispielsweise um durchschnittlich rund acht Prozent gegenüber dem Vorjahr, in Hamburg und München um etwa vier beziehungsweise 4,5 Prozent. In 43 von 71 Städten steigen die Mieten schneller als die Verbraucherpreise. Das Bild ist differenziert: In Städten wie Gelsenkirchen, Duisburg und Bottrop sind die Mietpreise zurückgegangen.

Noch weitaus schneller als die Mieten sind die Kaufpreise gestiegen: In Großstädten lagen sie vom ersten Quartal 2010 bis zum dritten Quartal 2013 um durchschnittlich 7,4 Prozent über dem jeweiligen Vorjahresquartal, in Metropolen sogar um 8,8 Prozent. Die größten Wachstumsraten verzeichneten Berlin und München. Wenn Kaufpreise sehr viel stärker steigen als die Mieten droht eine Überhitzung des Marktes.

Die steigenden Immobilienpreise sind nach DIW in erster Linie auf die zunehmende Lücke zwischen Nachfrage und Angebot zurückzuführen. Auch die zunehmend kleinere Haushaltsgröße und die steigende Bevölkerungszahl sorgen für steigende Preise. Laut DIW hält der Trend zu steigenden Kauf- und Mietpreise an. Die Maßnahmen im Koalitionsvertrag wie Mietpreisbremse würden daran nichts ändern.

  • dpa
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2 Kommentare zu "DIW-Studie: Mieten in Großstädten steigen weiter"

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  • "Mieten in Großstädten steigen weiter"

    Die Fahrpreise für Pendler doch auch !

  • Das ist doch nur die "gefühlte" Inflation. :-) Inflation heisst bei Immobilienbesitzern nämlich Wertsteigerung.

    http://www.handelsblatt.com/finanzen/vorsorge-versicherung/ratgeber-hintergrund/tool-der-woche-die-gefuehlte-inflation/9173102.html

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