Dubai geizt nicht mit Superlativen. Jetzt wird die Metropole um ein Highlight reicher: US-Immobilien-Tycoon Donald Trump baut zwei gigantische Hotel-Türme auf einer künstlichen Insel vor der Küste. Das Projekt schlägt alle Rekorde.
DUBAI. Der von Höhepunkt zu Höhepunkt hechelnde Immobilienmarkt Dubais ist um einen Superlativ reicher. Auf der Palm Jumeirah, einer künstlich angelegten palmenförmigen und mit Luxusvillen bestückten Inselgruppe im Persischen Golf, lässt der amerikanische Immobilien-Tycoon Donald Trump ein 62-stöckiges Doppel-Hochhaus mit Hotel- und Wohnturm errichten. In drei Jahren soll es fertiggestellt sein.
Doch das 700 Mill. Dollar schwere Vorhaben aus Glas und Stahl schlägt bereits heute alle Rekorde: Nach Angaben der staatlichen Entwicklungsgesellschaft Nakheel in Dubai wird die teuerste der 399 Wohnungen, ein lichtdurchflutetes Penthouse mit unverbaubarem Blick aufs Meer, für mehr als 30 Mill. Dollar weggehen. Der Preis ist doppelt so hoch wie der der bisher teuersten Wohnung. Das Trump International Hotel & Tower, ein Joint-Venture mit Nakheel, ist das erste Projekt des US-Magnaten im Mittleren Osten.
Palm Jumeirah ist derzeit das Mekka der internationalen Immobilieninvestoren. Villen wechseln schnell mal für einen zweistelligen Dollar-Millionenbetrag den Besitzer. In den vergangenen Monaten haben sich Margen verfünffacht. Um ihre exklusiven Objekte an die Kundschaft zu bringen werben Entwicklungsgesellschaften in Dubai mit internationalen Stars. So hat ACI Real Estate die Formel-1-Legenden Michael Schumacher und Niki Lauda sowie Tennis-Ikone Boris Becker als Namensgeber für drei Objekte eingespannt. Gesamtkosten: rund 600 Mill. Dollar. Golf-Superstar Tiger Woods entwirft für die Firma Tatweer eine Sportanlage in einem Nobel-Viertel mit Landhäusern ab 15 Mill. Dollar. Modezar Giorgio Armani hat im Burj Dubai, mit mehr als 800 Metern bald der höchste Turm der Welt, ein eigenes Hotel mit 175 Zimmern.
Doch auch unterhalb der Luxus-Plus-Kategorie explodieren die Grundstückspreise. Laut Immobilienberater Colliers International blätterten Hauskäufer in Dubai im ersten Quartal 2008 knapp 80 Prozent mehr hin als im Vorjahreszeitraum. Der Preissprung zwischen den letzten beiden Quartalen betrug 42 Prozent. Der Quadratmeter kostet nun im Schnitt 4 670 Dollar.
Bei Eigentumswohnungen sieht es ähnlich aus. Im Windschatten rasant steigender Häuserpreise kletterten auch die Mieten mit Lichtgeschwindigkeit. Für eine Drei-Zimmer-Wohnung in den In-Vierteln Marina oder Jumeirah werden in diesen Tagen 5 000 Dollar pro Monat bezahlt - ohne Nebenkosten.
Einer der Wachstumstreiber für die Immobilen-Hausse ist die hohe Inflation, die für 2008 auf rund elf Prozent geschätzt wird. Vor allem Bau-Rohstoffe wie Zement und Stahl haben sich innerhalb eines Jahres um etwa 30 Prozent verteuert. Hinzu kommt, dass der Wirtschafts-Boom in der Golfregion immer mehr Immigranten anlockt. Dubai wird nach Schätzungen innerhalb von drei Jahren von derzeit 1,6 Millionen auf 2,2 Millionen Einwohner anwachsen - der Bedarf an Wohnraum steigt entsprechend.
Ein Ende der Preisspirale ist daher nicht in Sicht. "Wir gehen davon aus, dass Häuserpreise und Mieten in den nächsten 18 bis 24 Monaten nach oben gehen werden, weil das Angebot an Wohnraum die Nachfrage nicht decken kann", sagt Sana Kapadia, Analyst beim Immobilienberater EFG-Hermes.
Das Szenario einer Immobilienblase wischen Dubais Stadtplaner jedoch vom Tisch. Der Entwurf für den nächste Knüller liegt bereits vor. Demnächst soll das weltweit erste rotierende Hochhaus entstehen. Der italienische Architekt David Fisher will einen 313 Meter hohen Wolkenkratzer bauen, dessen Stockwerke sich in unterschiedlicher Geschwindigkeit um die eigene Achse drehen. Der Clou: Das Gebäude soll durch Windturbinen den eigenen Energiebedarf decken. "Das Konzept hierzu stammt aus der Renaissance-Stadt Florenz. Nun wird es erstmals in Dubai, der Stadt der Zukunft, umgesetzt", gibt Fischer preis, woher er seine Anregung bezog.
