DTZ setzt auf Immobilienbewertung
Bank-Tochter BNP Paribas RE nutzt Mutter als Türöffner

Die beiden internationalen Immobilienberatungsunternehmen BNP Paribas Real Estate und DTZ reformieren ihre Geschäftsmodelle. BNP Paribas, die frühere Atisreal, will künftig mehr als zuvor ihre Muttergesellschaft, die französische Großbank BNP Paribas, als Türöffner für das eigene Geschäft nutzen. Dazu soll der gemeinsame Auftritt unter einer Marke dienen.

FRANKFURT. Ein Vorteil: Die Immobiliensparte finde nun leichter Zugang zu Gesprächspartnern auf oberster Ebene, nennt Peter Rösler, Deutschlandchef der Gesellschaft, einen Vorteil in der Praxis

BNP Paribas Real Estate (BNP Paribas RE) nimmt eine Sonderstellung ein. Frühere Versuche, Immobiliendienstleister in Banken zu integrieren, scheiterten. So versuchten sich vor etwa 15 Jahren die deutschen Großbanken Deutsche Bank, Dresdner Bank und Commerzbank im Rahmen ihrer Allfinanzstrategie im Immobiliengeschäft. Die Dresdner kaufte 1989 das Maklerhaus Dr. Lübke, wurde damit nicht glücklich und verkaufte sie 2002 an das Management. Nicht anders verfuhr ein Jahr später die Deutsche Bank mit ihrer gleichfalls 1989 erworbenen DB Immobilien. Die Commerzbank hielt zeitweise 34 Prozent an der Atisreal-Vorläuferfirma Müller International. Atisreal wurde 2004 von BNP Paribas übernommen.

Bei Atisreal wechselt der Firmenname, bei DTZ die Namen in der Firma. Innerhalb kurzer Zeit wurden die führenden Köpfe ausgetauscht. An der Unternehmensspitze in Großbritannien übernahm Paul Idzik das Ruder. Die Chefs in Frankreich und Deutschland wurden ausgetauscht. Für Deutschland holte die DTZ den eigenen Investment-Spezialisten Timo Tschammler aus London nach Frankfurt. Er löste Jörg Nehls ab. „Ruhe hereinbringen hat die erste Priorität“, sagt Tschmmler, nachdem in Deutschland 80 von 400 Stellen abgebaut werden.

Die börsennotierte DTZ will aus der Verlustzone heraus, indem sie ihr in der Vergangenheit stark vom Transaktionsmarkt abhängiges Geschäft auf Beratungsleistungen trimmt. Damit steht sie allerdings nicht allein. Die gleiche Strategie verfolgt Konkurrent BNP Paribas RE, der größte Konkurrent in der Europa-Liga, wie auch Jones Lang Lasalle, CB Richard Ellis (CBRE) und Cushman & Wakefield, die Wettbewerber in der Welt-Liga.

Die Schwerpunkte werden allerdings unterschiedlich gesetzt. BNP Paribas RE sieht Anknüpfungspunkte bei den Investment-Banking- und der Vermögensverwaltungssparte der Bank.DTZ sieht sich im Bereich Bewertung stark. Der Gedanke dabei: Einen möglichst hohen Teil der Umsatzverluste durch Geschäfte mit Banken zu egalisieren. Verluste entstanden, weil weniger Transaktionen auch weniger Bewertungsaufträge von Investoren bedeuten. Banken benötigen Neubewertungen der Objekte jedoch weiterhin, um ihr Kreditrisiko einschätzen zu können, nachdem die Preise weltweit um bis zu 40 Prozent sanken.

Wie alle anderen setzen die beiden Europa-Ligisten auf Gebäudemanagement-Aufträge. Der Grund: Finanzinvestoren, die von 2005 bis 2007 ein großes Rad drehten, haben häufig wenig Immobilienexpertise – und suchen nun Verwalter. DTZ-Deutschland will zudem in einer Nische punkten: dem Centermanagement. Referenzobjekte sind Sony-Center in Berlin und das Frankfurter Einkaufszentrum My Zeil.

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