Duisburg
"Waterfront"-Quartier: Schöner Wohnen in Schimanskis Revier

Hier fließen nicht nur Rhein und Ruhr zusammen, hier spielte auch 1981 der erste Schimanski-Tatort mit dem ewigen Parkaträger Götz George. Manche Straße in Duisburgs Hafenstadtteil Ruhrort sieht heute fast noch genauso aus wie damals: viel Industrie, schäbige Wohnbauten, leerstehende Läden. Nun soll hier das schicke "Waterfront"-Quartier entstehen.

DUISBURG. Nachdem der Mischkonzern Haniel in den vergangenen zehn Jahren etliche Millionen Euro in den Bau neuer Gewerbeimmobilien investiert hat, wandeln nun zwei Projektentwickler aus Hessen den ehemaligen Eisenbahnhafen in ein Wohn- und Büroquartier namens "Waterfront" um. Teile des vormaligen Hafenbeckens wurden inzwischen verfüllt, im Herbst soll mit dem Bau des ersten von insgesamt fünf Bürogebäuden auf dem Südufer des Areals begonnen werden. 40 Prozent des 4 000 Quadratmeter (qm) großen Neubaus hat das Logistikunternehmen HTAG Häfen und Transport ab nächstem Sommer gemietet.

Insgesamt will die Duisburg Waterfront GmbH 20 000 qm Bürofläche, rund 100 Wohnungen, ein Pflegeheim, einen Yachthafen mit Marina sowie einen 8 000 qm großer Hafenmarkt mit Geschäften, und Restaurants errichten. Rund 50 Mio. Euro soll das Vorhaben der beiden Waterfront-Geschäftsführer Klaus F. Hermann und Manfred Tihme kosten. "Wir sind durchfinanziert, mit an Bord ist die holländische SNS Bank", sagt Tihme. Das in Deutschland wenig bekannte Institut entstand aus dem Zusammenschluss mehrerer Sparkassen.

Erstaunlich: Obwohl bisher Angaben über Größe, Grundrisse und Ausstattung der Miet- und Eigentumswohnungen fehlen, läuft das Waterfront-Telefon seit Wochen heiß. "Die Menschen schwärmen für Wohnungen am Wasser", sagt Geschäftsführer Hermann. Mit Preisen, die im Duisburger Innenhafen üblich sind, müssten die Käufer auch in Ruhrort rechnen. Das wären 2 300 Euro/qm und mehr. Büros könne man ab 9,75 Euro pro qm und Monat mieten.

Ob Waterfront tatsächlich ein "gehobener" Wohnstandort werden und einmal mit dem Innenhafen in Duisburg-Mitte konkurrieren kann, bleibt abzuwarten. Dies liegt zum einen am herben Flair, für das Ruhrort bis heute baulich und sozial steht. Zum anderen am Kraftwerk der Thyssen Krupp Stahl, das direkt im Rücken der geplanten Wohnhäuser steht und das nicht immer geräuschlos arbeitet. Vor acht Jahren ist es sogar einmal explodiert, der 70 Meter hohe Turm stand in Flammen. "Die Lärmbelastung durch das Kraftwerk ist nicht groß und wird das Wohngefühl nicht negativ beeinflussen", behaupten die Waterfront-Chefs. Das muss die Vermarktung noch beweisen.

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