Eigentümer und Entwickler brauchen langen Atem
Vorzeigeprojekte warten auf Mieter

Zugegeben, das hat was: Wer im Berliner „Dom-Aquarée“, gleich vis-à-vis von Berliner Dom und Museumsinsel, eine der 75 Luxuswohnungen anmietet, kann sein Frühstück – allein oder mit Gästen – auch während einer einstündigen Bootsfahrt auf der Spree einnehmen. Die Anlegestelle der Ausflugsschiffe liegt schließlich gleich vor der Tür.

HB BERLIN. Das Angebot, so Bernd Andrich, als Manager des Projekts auch für die Vermietung zuständig, gehört zum Serviceangebot des Projektes, das die Hamburger Difa, Immobilienfondstochter der Genossenschaftsbanken, unter der Dachmarke „City-Quartier“ in einer der exponiertesten Berliner Innenstadtlagen entwickelte. Doch trotz exzellenter Lage, außergewöhnlicher Architektur und integriertem Service-Konzept stehen die Mieter nicht gerade Schlange. Zwischen 15 und 20 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter und Monat sollen künftige Bewohner der Luxuswohnungen – die Wohnflächen liegen zwischen 56 und 219 Quadratmetern – je nach Lage und Ausstattung zahlen, viel Geld für Berliner Verhältnisse. Derzeit sind vierzehn Wohnungen vermietet, darunter allerdings ausgerechnet die teuersten mit Kaltmieten um die 4.000 Euro pro Monat, berichtet Difa-Manager Andrich. Dennoch stellt er sich auf längere Vermarktungszeiten ein: „Wir müssen Geduld haben, mindestens bis Ende kommenden Jahres.“

Und das gilt keineswegs allein für die 75 Mietwohnungen. Auch die Vermietung der zum City-Quartier gehörenden etwa 25. 000 Quadratmeter Bürofläche gestaltet sich schwierig. Die angestrebten Mieten von rund 20 Euro pro Quadratmeter monatlich liegen am oberen Rand des derzeitigen Preisniveaus in der Hauptstadt, und da winken viele Unternehmen von vornherein ab. „Die Vermietung wird sicher zwei Jahre in Anspruch nehmen“, schätzt Andrich. Denn eines ist für Difa-Vorstandssprecher Frank Billand unumstößlich: „Wir werden die Büroflächen im Dom-Aquarée nicht für zehn Euro den Quadratmeter auf den Markt bringen.“

„Das wäre auch wenig sinnvoll“, meint Sven Stricker, Leiter der Berliner Niederlassung von Atis Real Müller. Zwar verhandelten derzeit Mieter „gnadenlos die Mieten runter“, doch selbst wenn ein Eigentümer darauf eingehe und in der Folge die Preise auf breiter Front nachgäben, würden nicht plötzlich alle Flächen belegt sein. „Das Angebot ist einfach größer als die Nachfrage“, weiß Stricker. Rolf Scheffler, Leiter von Aengevelt Research, empfiehlt daher allen Projektentwicklern und Immobilieneigentümern an der Spree einen langen Atem. „Es sind eine Vielzahl sehr guter Produkte am Markt, entwickelt in der Hoffnung auf eine rasche Überwindung der generellen Strukturschwäche Berlins.“ Doch die dauere eben länger als erwartet und darauf habe sich der Immobilienmarkt der Hauptstadt einzustellen.

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