Eigentumsform in Deutschland erst seit 50 Jahren geläufig
Bedeutung von Eigentumswohnungen nimmt zu

Der Anteil der Eigentumswohnungen am Wohneigentum nimmt zu. In vielen Großstädten leben die Selbstnutzer mindestens genauso oft in der Eigentumswohnung wie im Ein- oder Zweifamilienhaus. Das zeigt eine Analyse von LBS Research auf der Basis der aktuellsten statistischen Daten aus dem Jahre 2002. An der Spitze steht demnach München mit 60 Prozent Etagen-Wohneigentum. In Stuttgart, Hannover, Düsseldorf und Nürnberg liegt der Anteil der selbstgenutzten Eigentumswohnungen an allen Eigentumsobjekten um oder über 50 Prozent.

Die gewachsene Marktbedeutung von Eigentumswohnungen ist nach Ansicht der Experten von LBS Research bemerkenswert: Wohneigentum auf der Etage gebe es in Deutschland erst seit gut 50 Jahren. Seither wurden Neubauten entsprechend geplant oder Mietwohnungen in Bestandsimmobilien nachträglich umgewandelt. Mittlerweile gibt es nach der jüngsten Mikrozensus-Zusatzerhebung des Statistischen Bundesamtes aus dem Jahre 2002 über 5,4 Millionen Eigentumswohnungen in Deutschland. Im früheren Bundesgebiet entfallen 17 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes auf diese Rechtsform. In den neuen Ländern, in denen die gesetzlichen Grundlagen dafür erst seit 1990 existieren, liegt der Anteil bei acht Prozent.

Die Selbstnutzung spielt eine immer größere Rolle. Während in früheren Wohnungsmarkt-Zyklen Kapitalanleger aufgrund ihrer Nachfrage nach vermieteten Eigentumswohnungen oft den Markt bestimmten, dominiert immer häufiger der Selbstnutzer. Mittlerweile wird mehr als die Hälfte aller Eigentumswohnungen in Westdeutschland (53 Prozent) von den Eigentümern auch bewohnt, in den neuen Ländern bereits von 49 Prozent. Die Tendenz zu eigenen vier Wänden auf der Etage werde eher noch zunehmen, vermuten die LBS-Experten, da der Mietwohnungsmarkt sich noch nicht durchgreifend erholt habe und gerade in den wirtschaftsstarken Ballungsräumen mit ihrem traditionell begrenzten Angebot an familiengerechten Wohnformen die Nachfrage nach Wohneigentum zunehme.

Von den Städten abgesehen dominiert noch das Haus. Der Anteil von Eigentumswohnungen an allen selbstgenutzten Wohneinheiten stieg in Deutschland bis 2002 auf 19 Prozent. In den größeren Städten hat das so genannte Stockwerkseigentum aber dazu beigetragen, dass die Wohneigentumsquote auf Werte zwischen 20 und 30 Prozent angewachsen ist. Ausnahmen sind Berlin (13 Prozent) und Frankfurt (16 Prozent) am unteren Ende sowie am oberen Bremen (mit 36 Prozent). Gerade diese Stadt weise eine lange Tradition auf, erklären die LBS-Experten. Allerdings hätten dort städtische Einfamilienhaus-Bauformen die Eigentumsquote befördert; die Bedeutung der Eigentumswohnungen bleibe an der Weser begrenzt.

Die Wohneigentumsquoten werden nach Haushalten berechnet. Dadurch werde die Bedeutung der eigenen vier Wände für die Bevölkerung in den Städten eher noch unterschätzt, bemerken die LBS-Beobachter. Werde die Quote nach Köpfen statt nach Haushalten berechnet, läge sie bei 52 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommen die Immobilienexperten aufgrund einer aktuellen statistischen Analyse von empirica im Auftrag der LBS. Die Gründe: Eigentümer-Haushalte seien in der Regel größer als Mieter-Haushalte. Da es auch in den Städten vor allem die Familien mit Kindern sind, die in den eigenen vier Wänden leben, liegen auch hier die personenbezogenen Eigentumsquoten deutlich über den in der Grafik genannten Werten, so LBS Research.

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