Einkaufsmeilen
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Heute ist ein großer Tag für den Verein in der Taunusstraße e.V. Sprecher Michael Müller wird zusammen mit 36 Grundeigentümern bei der Stadt beantragen, einen Teil der Taunusstraße zum ersten hessischen Business Improvement District, kurz BID genannt, zu erklären.

DÜSSELDORF. BIDs sind die Antwort der Eigentümer von Immobilien in Einkaufsstraßen auf wie Pilze aus dem Boden schießende innerstädtischen Einkaufszentren. Die neuen, mit Filialisten besetzten Shopping-Center ziehen die Kundenströme auf sich. Das führt zu Umsatzeinbußen bei den Händlern in den Einkaufsstraßen, dem über kurz oder lang der Verfall der Mieten folgt. Um diesen Prozess zu stoppen, sollen Straßen durch BIDs wieder attraktiver werden.

"Wir wollen unsere Straße richtig aufwerten und den großen Einkaufszentren Paroli bieten", sagt Initiativen-Sprecher Müller. In den nächsten drei Jahren will der Verein 210 000 Euro in Werbung, Fassadenbeleuchtung, Blumenkübel und intensivere Straßenreinigung investieren. Der Clou des BID-Modells, das außer in Hessen in Hamburg gesetzlich möglich ist: Die Stadt sammelt das Geld für die Maßnahmen anteilig von allen Eigentümern ein - auch von öffentlichen Eigentümern und von jener Minderheit, die gegen die Einrichtung eines BIDs ist.

Bisher gibt es in Wiesbaden allerdings nur einen Anlieger, Thomas Schubert, der angekündigt hat, notfalls gegen die BID-Abgabe zu klagen, die in der Taunusstraße voraussichtlich 1 200 Euro pro Jahr betragen wird. Vereinssprecher Müller ist zuversichtlich, dass das Negativquorum von 25 Prozent der Eigentümer, das die Errichtung eines BID verhindern könnte, nicht zustande kommt. "80 Prozent der Anlieger sind dafür", sagt Müller.

Die Eigentümerschutzgemeinschaft Haus & Grund lehnt BID-Zahlungen generell als "Zwangsabgabe" ab. "Wenn die Eigentümer schon Aufgaben der Städte übernehmen, sollten sich diese wenigstens an den Kosten beteiligen", kritisiert Hans Reinold Horst, Verbandschef von Haus & Grund Niedersachsen. Die Eigentümer zahlten Grund- und Erschließungsabgaben und würden durch BIDs doppelt zur Kasse gebeten.

Dem widersprechen die BID-Befürworter: "Die Maßnahmen eines BIDs ersetzen keine staatlichen Aufgaben, sie ergänzen sie", meint Gerold Leppa, Vorsitzender der Bundesvereinigung City- und Stadtmarketing Deutschland. "Die Stadt würde ohnehin nur die Grundausstattung bezahlen, wir übernehmen die Luxusausführung, egal ob es um Laternen, Straßenpflaster oder intensivierte Stadtreinigung geht", erläutert Isabel Kaßner, Koordinatorin des Hamburger BIDs im Bezirk Bergedorf. Bergedorfs Innenstadt wurde im vergangenen Oktober zum bundesweit ersten Business Improvement District erklärt. Kurz danach folgte die Hamburger Einkaufstraße Neuer Wall, die mit einem Volumen von rund sechs Mill. Euro über fünf Jahre das bisher größte BID-Projekt ist.

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