Einkaufszentren
Sanieren wird zum Millardengeschäft

Aus Alt mach Neu. Fast jedes zweite deutsche Shoppingcenter muss umgebaut werden, um für Einkaufsbummler attraktiv zu bleiben. Die Revitalisierung dürfte eine gewaltige Investitionswelle auslösen. Wie sich mit Einkaufszentren wieder Geld verdienen lässt.
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BERLIN. Nach Jahren intensiver Neubautätigkeit entdecken Entwickler und Betreiber von Einkaufszentren das Modernisieren alter Center als lukratives Geschäftsfeld. Zumal es ihnen immer schwerer fällt, geeignete neue Standorte zu finden.

Einen "Investitionsstau bei der Revitalisierung von Einkaufszentren in Deutschland" diagnostiziert beispielsweise Thomas Binder, Deutschlandchef des Shopping-Center-Betreibers Sonae Sierra. Und ein Sprecher des Branchenriesen ECE bestätigt: "Den großen Bedarf gibt es bei der Modernisierung von in die Jahre gekommenen Einzelhandelsimmobilien."

Unterstrichen wird diese Einschätzung durch eine Studie, die die GMA Gesellschaft für Markt- und Absatzforschung im Auftrag von Sonae Sierra vorgelegt hat. Demnach müssten von den 414 deutschen Einkaufszentren nicht weniger als 48 Prozent revitalisiert werden. Als ein Kriterium dafür, ob ein Objekt modernisierungsbedürftig ist, gilt beispielsweise die Kundenfrequenz. "Unter 0,7 Kunden pro Quadratmeter Verkaufsfläche und Tag wird es kritisch", sagt Binder.

Eine Investitionswelle ist nötig

Die Revitalisierung dürfte eine gewaltige Investitionswelle auslösen. Die GMA-Experten rechnen für die nächsten drei Jahre damit, dass 2,5 Mrd. bis 3,5 Mrd. Euro in den Umbau von Shoppingcentern fließen werden. Dabei kosten einzelne Maßnahmen enorme Summen: In Kauf und Umbau der Hamburger Meile in der Hansestadt etwa investierte ECE 200 Mio. Euro.

Für immerhin 80 Mio. Euro will Konkurrent MFI den 1964 eröffneten Ruhrpark in Bochum neu positionieren. Angedacht sind laut MFI-Vorstandsvorsitzenden Matthias Böning eine teilweise Überdachung des heute offenen Centers und der Bau einer weiteren Mall, um so einen Rundlauf zu ermöglichen.

Zudem will Böning kleinere Flächen schaffen und auf diese Weise den Mietermix optimieren. "In der ersten Generation der Einkaufszentren dienten Kaufhäuser als Ankermieter", sagt er. "Mittlerweile haben sie diese Funktion verloren. Und auch ein Baumarkt passt eigentlich nicht in ein Einkaufszentrum."

Es gibt aber auch die gegenläufige Entwicklung: "Viele Branchen brauchen für ihre Shops heute erheblich mehr Fläche als noch vor zehn Jahren", heißt es bei ECE mit Blick auf Buchhandlungen und Elektronikfachmärkte. Zudem verlangten die Kunden heute ein größeres gastronomisches Angebot und eine höhere Aufenthaltsqualität in der Mall, also im Allgemeinbereich des Shopping-Centers.

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Kommentare zu " Einkaufszentren: Sanieren wird zum Millardengeschäft"

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  • Hier wird auch ein Einkaufszentrum mit ca. 20000m2 saniert: Die grossen grauen Platten raus, neue kleine graue Platten rein, zahlt der Steuerzahler, und bringt genau 0,nix ausser daß der Amigo vom korrupten Politiker einen Auftrag bekam.

    Also Sanierung alleine zählt nicht, es muß auch sinnvoll sien, und von den Händlern bezahlt werden.

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