Einzelhandel
Marken machen Standorte

Manche Einzelhändler brauchen 1a-Citylagen. Andere ziehen ihre Kundschaft an fast jeden Standort.

HB STUTTGART. Ein ganz normaler Mittwochmorgen bei Ikea Düsseldorf: „Hemnes“-Betten, „Pax“-Kleiderschränke und im Restaurant drei Müttergruppen mit Nachwuchs im Krabbelalter. „Wir kommen gerne hierher, weil es für die Kinder sicher und schön zum Spielen ist und weil wir danach noch ein bisschen Krimskrams für die Deko zu Hause mitnehmen können“, sagt eine Mutter. „Dass ich dafür mit dem Auto auch mal weiter rausfahren muss, nehme ich in Kauf“, meint eine andere.

Sie sind nicht allein: Ikea zieht die Massen an, egal wo sich der blau-gelbe Möbeldiscounter niederlässt. Wenn die Schweden eine neue Filiale irgendwo ins Industriegebiet setzen, beginnt umgehend die Pilgerfahrt der Fans. „Eigenattraktive Lagen“ nennen das die Stadtplaner: Umsatz durch Erzeugung eines eigenen Kundenstroms. Das heißt, die Shopper schlendern nicht durch die Innenstadt und lassen sich mal von diesem, mal von jenem Laden inspirieren, sondern sie fahren gezielt zu einem bestimmten Anbieter mit dem festen Vorsatz, nämlich dort Geld auszugeben.

Für die Händler sind das ideale Bedingungen. „Manche Läden haben eine so eingeschworene Kundschaft mit einer derartig engen Bindung zu ihrem Label – die können in jedem Hinterhof ein paar Quadratmeter Fläche anmieten, und die Leute kommen trotzdem“, sagt Magnus Danneck, Pressesprecher des auf Einzelhandelsimmobilien spezialisierten Maklers Kemper’s. Der Computerbauer Apple zum Beispiel kann es sich dank seines hohen Bekanntheitsgrades und Kultstatus leisten, auch außerhalb von 1a-Lagen zu mieten. Große Textilketten wie H & M versuchen dagegen – oft koste es, was es wolle – auf Einkaufsmeilen wie die Mönckebergstraße in Hamburg, die Schadowstraße in Düsseldorf oder die Hohe Straße in Köln zu kommen. Ihre Konkurrenz hält dort die Mieten hoch.

Einige Marken kokettieren sogar mit ihrem Guerilla-Image: Die japanische Modekette Comme des Garcons (Wie die Jungs) verrammelt auch schon mal die Eingänge ihrer Läden mit Holzwänden und lässt nur ein kleines Loch frei, durch das die willigen Kunden schlüpfen müssen, wenn sie kaufen wollen. Die Botschaft: „Wer unsere Produkte haben will, muss danach suchen – und es funktioniert“, sagt Danneck.

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