Einzelhandelsgebäude
Ältere Menschen shoppen lieber in der Innenstadt

Ab dem Jahr 2010 werden Jahr für Jahr weniger Menschen in Deutschland leben, und sie werden im Durchschnitt auch immer älter werden. Eine Folge der demografischen Entwicklung ist der steigende Bedarf an City-Einzelhandelsimmobilien.

HB DÜSSELDORF. Für die steigende Nachfrage nach Innenstadtflächen sorgen vor allem Shoppingcenter. Nach Zahlen des Analysehauses Bulwien-Gesa steigen deshalb seit dem Jahr 2004 die Durchschnittsmieten in den 1a-Lagen der Städte. Es werde nicht in Nebenlagen ausgewichen. Der Hintergrund: Die Menschen ziehen zurück in die Städte. Weil Menschen mit zunehmendem Alter weniger mobil werden, wollen sie in unmittelbarer Umgebung einkaufen. Deswegen sind Einzelhandelsflächen am Stadtrand künftig weniger gefragt als heute. „Sogenannte Grüne-Wiese-Anbieter haben erfolgreich den Weg in die Innenstadt gefunden“, beschreibt Hubertus Pellengahr, Geschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels eine Folge.

Allerdings ist noch offen, wie sich die Umsätze entwickeln werden. Eine schrumpfende und alternde Bevölkerung werde weniger Geld ausgeben, wenn nicht der Einzelne mehr konsumiere, stellt eine Studie der NordLB zu Einzelhandelsimmobilien fest. Dass Alterseinkünfte geringer als Erwerbseinkünfte sind, muss nicht zwangsläufig zu weniger Konsum führen. „Wir rechnen damit, dass im Alter Ersparnisse aufgelöst werden“, sagt Stefan Bergheim, vom Research-Team der Deutschen Bank.

Allerdings wird sich der Konsum in Regionen konzentrieren, in denen die Bevölkerung wächst. „Neben Berlin weisen demnach vor allem Kreise im Ruhrgebiet überflüssige Einzelhandelsflächen aus“, lautet ein Ergebnis der NordLB-Studie. Zu den Ballungsgebieten, die noch Einzelhandelsflächen benötigen, zählt sie Hamburg, München und Kreise im Rheinland. Die Studie stellt zudem fest: „Orte mit hoher Zuwanderung verfügen auch häufig über eine hohe Kaufkraft.“ Die Attraktivität der Einzelhandelsflächen einer Stadt wird auch davon bestimmt, ob der Ort Menschen aus der Umgebung anlockt. Letzteres ist an der Zentralitätskennziffer ablesbar. Sie misst das Verhältnis vom Umsatz zu vorhandener Kaufkraft in der Region. Werte über 100 bedeuten, dass Kaufkraft aus dem Umland abgezogen wird.

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