Einzelhandelsimmobilien
Einkaufszentren dominieren das Neugeschäft

Der deutsche Markt für Immobilien hat sich schneller erholt als angenommen. Allen voran dominiert das Einzelhandelssegement den Investmentmarkt. Offene Immobilienfonds und Versicherer kaufen derzeit bevorzugt Einkaufszentren oder ein Portfolio mit Discountmärkten. Konsequenz: Die Preise für gute Einkaufsobjekte steigen.
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MÜNCHEN. Der Immobiliendienstleister CB Richard Ellis (CBRE) beziffert das Transaktionsvolumen in Deutschland nach den ersten neun Monaten auf 12,3 Mrd. Euro. Wettbewerber Jones Lang Lasalle (JLL) kommt auf 13,1 Mrd. Euro. Die Zahlen für den Gesamtmarkt unterscheiden sich, aber in einem sind sich beide Dienstleister einig: Das Einzelhandelssegement dominiert den Investmentmarkt - beide kommen hier auf einen Anteil von rund 50 Prozent. Das Bürogeschäft macht nur etwa ein Drittel aus.

Offene Immobilienfonds und Versicherer wollen ihre bürolastigen Portfolios stärker auf Einzelhandelsobjekte ausrichten. Sie kaufen typischerweise Einkaufszentren oder ein Portfolio mit Discountmärkten wie die Allianz, die kürzlich ein Paket mit Aldi-Filialen übernahm. Die Konsequenz ist für JLL-Deutschland-Chef Andreas Quint offensichtlich: "Die Preise für gute Einkaufsobjekte steigen", sagte er dem Handelsblatt auf der Immobilienmesse Expo Real in München. Damit verbundene Renditeeinbußen - sie ging auf 4,75 Prozent zurück - seien angesichts der Anleiherenditen von wenig mehr als zwei Prozent weniger dramatisch.

"Shoppingcenter werden heute als weniger riskant als in früheren Jahren angesehen", so Quint. Mieterwechsel führten dazu, dass Einkaufszentren permanent modernisiert und auf den neusten Stand der Technik gebracht würden. Dies geschieht, weil neue Mieter von den Center-Betreibern Anpassungen an ihre Ladenkonzepte verlangen. Ein weiterer Vorteil gegenüber Büroobjekten: Der Investor sehe, ob der Mieter genug verdiene, um die Miete zu erwirtschaften, sagt Quint. Hintergrund: Mieter in Einkaufszentren müssen in der Regel Auskunft über ihre Umsätze geben - auch dann, wenn sie keine Umsatzmietverträge haben. An Umsätze gekoppelte Mieten versprechen gegenwärtig zusätzliche Gewinne, denn der deutsche Einzelhandel erwartet in diesem Jahr steigende Umsätze.

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