Einzelhandelsimmobiliensektor
Makler-Fusion bringt Personalkarussell in Fahrt

Bei Jones Lang Lasalle ist in Deutschland die "unternehmensstrategische Prüfung aller Niederlassungen" im Gange. Als erste bekamen dies Büros in Köln, Düsseldorf, Berlin und München zu spüren. Weitere werden folgen. Personalfluktuation ist die Konsequenz. Alle namhaften Berater im Einzelhandelsimmobiliensektor wollen derzeit expandieren und suchen neue Mitarbeiter.

DÜSSELDORF. Der Deutschland-Chef von Jones Lang Lasalle (JLL), Christian Ulbrich, nimmt den Zusammenschluss mit dem deutschen Handelsimmobilienspezialisten Kemper's zum Anlass, die ganze Organisation umzukrempeln. "Jedes Büro bekommt einen gesamtverantwortlichen Chef", kündigt Ulbrich an.

JLL stockte sein Handelsteam mit 145 Kemper's-Mitarbeitern auf 220 Personen auf und beschäftigt nun in Deutschland insgesamt 750 Menschen. In den Portfolios institutioneller Investoren gewinnen Handelsimmobilien seit Jahren zu Lasten von Büro-Objekten an Gewicht. Entsprechend steigt die Nachfrage nach Experten für Vermietung, Kauf- und Verkauf, Portfolio- und Center-Verwaltung.

"Wenn zwei Große zusammengehen, gibt es Unruhe", sagt Ulbrichs Geschäftsführer-Kollege Marcus Lemli. Dafür sorgen in diesem Fall zwangsläufig die unterschiedlichen Unternehmenskulturen. Auf der einen Seite steht der vor dem Zusammenschluss vom Inhaber Gerhard K. Kemper geführte Handelsspezialist. Kemper beteiligte seine Regionaldirektoren und ließ sie an der langen Leine laufen. Auf der anderen Seite steht die eher hierarchisch strukturierte, börsennotierte JLL, die den Regionalfürsten nun Grenzen setzt.

In einer solchen Situation sind Abgänge programmiert. Zu den Gefrusteten gehörte wohl die Handelsspezialistin Tina Cramer, die mit ihrem Team von JLL zum Konkurrenten CB Richard Ellis (CBRE) wechselte. "Natürlich nutzen wir die Gunst der Stunde, aber es ist nicht unser Ziel, büroweise Mitarbeiter abzuwerben", sagt Karsten Burbach, Chef der CBRE-Handelsimmobilien-Abteilung.

CBRE wie auch der weitere Wettbewerber DTZ sind auf Expansionskurs. Anfragen weiterer Wechselwilliger sollen bereits vorliegen. Auch diese beiden Häuser sind börsennotiert. Ihre Organisation ähnelt daher eher JLL als Kemper's.

DTZ hat mit der Übernahme des Handelsspezialisten Donaldsons im vergangen Jahr den Einstieg ins Retail-Geschäft geschafft. Bei den 70 Donaldsons-Experten hierzulande will es DTZ-Deutschland-Chef Jörg Nehls nicht belassen: "Wir werden den Einzelhandel stärken", kündigt er an.

"Der Markt für Handelsspezialisten ist eng", weiß Helge T. Strobel, Geschäftsführer des 60 Personen starken Fußgängerzonen-Spezialisten Comfort. Wenn jetzt mit Arbeitgeber-Wechseln die Gehälter hochgeschraubt werden, will er nicht mitspielen. Strobel lockt mit Beteiligungen an der Gesellschaft. Comforts Wettbewerber Lührmann baut auf den Reiz von Provisionen. Bei den internationalen Wettbewerbern ist der fixe Anteil am Gehalt höher. Bis zum Jahresende will Lührmann die Mitarbeiterzahl von 110 auf 125 erhöhen.

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