Einzelhandelszentren versprechen hohe Miet-Renditen
Lissabon zieht Immobilieninvestoren an

Die Portugiesen lieben große Einkaufszentren und Hypermärkte. Zwar gehen sie ab und an zu den deutschen Discountern Lidl und Plus, um ihren Lebensmittelvorrat aufzustocken. Doch das meiste Geld geben sie in den großen Shoppingzentren aus. Der Bau solcher Konsumtempel boomt und lockt ausländische Immobilieninvestoren an.

HB LISSABON. "Die Nettomietrendite in Shoppingzentren beträgt derzeit über sechs Prozent", sagt Frank Pörschke, einer der drei Geschäftsführer der Investmentgesellschaft Commerz Grundbesitz Investmentgesellschaft (CGI).Die Nettomietrendite ist die Mietrendite nach Abzug der nicht umlagefähigen Bewirtschaftungskosten.Die Mieten in den Einkaufszentren steigen, weil Umsatz und Gewinn der dortigen Geschäfte rasant wachsen.Davon profitieren beispielsweise die Anleger des CGI-Immobilienfonds Hausinvest direkt, weil die Mieten von drei Objekten des Fonds in Lissabon zum Teil an den Umsatz der dort angesiedelten Händler gekoppelt sind.

"Die Einzelhandelsmieten in Lissabon betragen zwischen 35 und 60 Euro pro Quadratmeter", sagt Pedro Seabra Geschäftsführer des Immobilienmaklers CB Richard Ellis in Lissabon.Das sei ein Grund, warum derzeit nirgendwo anders in Portugal so viel ausländisches Geld hinfließe.Und João Mota von der Stadtverwaltung Lissabon ergänzt: "Vor allem unsere Stadt, die eine starke Zuwanderung erlebt, hat noch ein großes Potenzial."In Lissabon lebten bereits 30 Prozent der portugiesischen Bevölkerung.

Weil die Margen im portugiesischen Einzelhandel gemessen am europäischen Durchschnitt hoch sind, werden auch ausländische Filialketten angezogen.Gerade eröffnete das schwedische Möbelhaus Ikea einen Markt in Lissabon.Er zähle zu den teuersten der Gruppe und floriere dennoch, sagen Beobachter.Seit wenigen Wochen verkauft der erste Media Markt in Lissabon Elektrotechnik.

Zahlen sprechen für stabile Entwicklung

Carlos Leiria Pinto von der deutschen Hypothekenbank Eurohypo sieht vor allem in Portugals Stadtzentren großes Ertragspotenzial für Immobilieninvestoren.Die Zentren seien über Jahre vernachlässigt worden.So hat Lissabon gerade ein großes Restaurierungsprogramm in seinem antiken Stadtviertel Alfama gestartet, um dort den touristischen Wert zu steigern.Gelingt dies, werden die Mieten steigen.Für eine Wohnung mit 80 Quadratmetern (qm ) würden teilweise nur 100 Euro Miete im Monat gezahlt, hieß es.

Die Bevölkerungsentwicklung in Portugal spricht dafür, dass Investitionen in Einzelhandelsimmobilien lukrativ bleiben.Portugal hat zwar nur 10,5 Millionen Einwohner, aber die Geburtenrate sowie die Zahl der Einwanderer steigt - anders als in vielen anderen europäischen Ländern.

"Verlierer ist der traditionelle Fachhandel, der in den kommenden Jahren einen dramatischen Einbruch erleben wird", beschreibt Hans-Joachim Böhmer, Geschäftsführer der deutsch-portugiesischen Handelskammer in Lissabon, die Kehrseite des Booms der großen Flächen.In keinem anderen Land gibt es nach seinen Worten so viele Tante-Emma-Läden pro 1000 Einwohner wie in Portugal.

Während jedoch der Bedarf bei Shoppingzentren noch nicht ganz gedeckt zu sein scheint, ist bei Büroimmobilien bereits eine Sättigung zu bemerken.Die führt zu stagnierenden Monatsmieten, die sich in Lissabon seit Jahren zwischen 16 und 18 Euro/qm bewegen.Für Top-Gebäude an Spitzenstandorten beziffert das Immobilienberatungsunternehmen Jones Lang Lasalle zurzeit die Miete auf 23 Euro/qm.Gleichzeitig sei der Leerstand von zwei Prozent Ende 2002 auf aktuell 8,5 Prozent gestiegen.Die Konsequenz: Immer mehr Büroräume in der Innenstadt werden deswegen in Wohnungen umgewandelt.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%