Einzelhandelszentrum
Viel Neues in Dresdens City

Im Herbst 2009 wird Dresden um eine Einkaufsattraktion reicher sein. Für 290 Millionen Euro errichtet der niederländische Shoppingcenter-Entwickler Multi Development die „Centrum-Galerie“an der Prager Straße.

HB DRESDEN. Dort, wo bis vor kurzem das einstige DDR-Warenhaus Centrum stand, entsteht ein Einzelhandelsriese mit 52 000 Quadratmetern (qm) Verkaufsfläche. Peek & Cloppenburg, Karstadt Sport und Konsum Dresden stehen als Hauptmieter des Gebäudes fest, das in seiner äußeren Gestalt Elemente des Vorgängerbaus mit seiner charakteristischen Wabenfassade aufnehmen wird.

Die Centrum-Galerie ist nicht das einzige Großprojekt im Zentrum der sächsischen Landeshauptstadt. So hat sich der Neumarkt, noch vor gar nicht langer Zeit eine leere Fläche neben der wiederauferstandenen Frauenkirche, durch mehrere Neubauensembles bereits dramatisch verändert. Derzeit in Bau sind das Quartier III, wo die Münchener Bauträgergesellschaft Baywobau einen Wohn- und Geschäftskomplex mit 11 900 qm Geschossfläche errichtet, und eine vom Martinshof Rothenburg Diakoniewerk getragene Seniorenresidenz mit Blick auf die Frauenkirche.

Erfasst hat das Baugeschehen auch den Altmarkt. Im Umfeld des erfolgreichen Einkaufszentrums „Altmarkt-Galerie“ entstehen in nächster Zeit gleich zwei Hotels sowie eine Tiefgarage. Überhaupt sind Hotel-Entwickler angesichts anhaltend steigender Touristenzahlen voller Tatendrang. So plant beispielsweise die Berliner GBI in prominenter Lage am Zwinger für die Lindner-Gruppe ein Vier-Sterne-Haus mit 199 Zimmern.

Und auch ausländische Investoren haben Dresden für sich entdeckt. Im vergangenen Jahr explodierte der Geldumsatz laut Gutachterausschuss für Grundstückswerte um 103 Prozent auf 1,74 Milliarden Euro. Die Umsatzsteigerung habe nicht zuletzt „aus Käufen global handelnder Unternehmen in hochpreisigen Gebieten“ resultiert, halten die Gutachter fest. Für Büro- und Geschäftshäuser werden laut Atisreal Preise von bis zum 18-fachen einer Jahresmiete bezahlt.

Besonders begehrt sind jedoch Wohnhäuser, für die laut Immobilienverband Deutschland (IVD) Mitte-Ost im Durchschnitt die zwölffache Jahresmiete, bei besonders attraktiven Objekten auch deutlich mehr gezahlt wird - Folge der guten wirtschaftlichen Entwicklung Dresdens und der steigenden Einwohnerzahl. Tatsächlich werden laut IVD trotz eines Wohnungsleerstands von etwa 15 Prozent für gut ausgestattete Wohnungen Mieten von sechs bis acht Euro/qm bezahlt. Auch Eigentumswohnungen sind für ostdeutsche Verhältnisse recht teuer: Sanierte Gründerzeitwohnungen in der Johannstadt kosten nach den Erhebungen des Gutachterausschusses im Durchschnitt 2 280 Euro/qm.

Vergleichsweise bescheiden muten dagegen die Zahlen auf dem Büromarkt an. Hier bewegt sich die Spitzenmiete bei um die zehn Euro/qm, bei einer Leerstandsquote von knapp 14 Prozent. Neu vermietet wurden in der ersten Hälfte dieses Jahres 39 700 qm, gegenüber dem Vorjahreszeitraum zwar eine Verdoppelung, nach Ansicht der Beobachter aber kein Zeichen für einen anhaltenden Boom.

Denn die Ansiedlung zahlreicher großer Industrieunternehmen wirkt sich nur beschränkt auf den Büromarkt aus. Der Grund: Die Konzerne hätten die benötigten Büroflächen in ihren eigenen Produktionsstätten untergebracht, sagt Stefan Sachse, Prokurist bei Atisreal in Sachsen. Eine Ausstrahlung auf kleinere Firmen, die Büroflächen in Bestandsgebäuden anmieten würden, sei bisher kaum festzustellen. Die Folge, so Daniel Kudet vom Maklerhaus Dr. Lübke: „Bestens ausgestattete Büros in attraktiver Lage sind schon für 6,50 Euro pro Quadratmeter zu mieten“. Und damit, ein bundesweit wohl einmaliges Phänomen, zum selben Preis wie gute Lagerflächen.

Das gilt nicht für die begehrten Lagen etwa innerhalb des so genannten 26er-Rings. Dort sind kleine Büroflächen Mangelware, sagt Kudet. Auch die besonders bei Rechtsanwälten begehrten Villen seien alle weg. Die Folge: „Bei Flächen von um die 250 qm im Bereich der Innenstadt wird mittlerweile eine höhere Miete verlangt, und die Incentives werden zurückgeschraubt.“ Doch für Euphorie scheint es zu früh zu sein: der Weg zu „ausgeglichene Marktrelationen“ in Dresden, sei noch lang, heißt es in der Halbjahresbilanz der Deutschen Immobilien-Partner (DIP).

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