Empire State Building: Zoff um New Yorks Wahrzeichen

Empire State Building
Zoff um New Yorks Wahrzeichen

Das Empire State Building soll an die Börse. Das will der Haupteigner des Wolkenkratzers. Doch er hat Hunderte Miteigentümer gegen sich: Sie fürchten, er wolle sie über den Tisch ziehen. Jetzt entscheidet ein Richter.
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New YorkEin bedrucktes Schnapsglas, die Bronze-Statue, oder vielleicht doch lieber nur eine Postkarte: Wenn sich Besucher ein Andenken an das Empire State Building kaufen wollen, finden sie in einem der Nippes-Läden im berühmtesten New Yorker Wolkenkratzer eine große Auswahl.

Künftig kann man möglicherweise ein sehr viel wertvolleres Souvenir erwerben – einen Teil des Empire State Buildings selbst. Denn das 381 Meter hohe Wahrzeichen, das jährlich vier Millionen Besucher anzieht, soll noch in diesem Jahr an die Börse gehen.

Zusammen mit 18 weiteren Objekten in New York soll es in eine neue Gesellschaft namens Empire State Realty Trust eingebracht und dann an der New York Stock Exchange gehandelt werden. Es wäre einer der größten Börsengänge einer Immobilien-Aktiengesellschaft (REIT) aller Zeiten in Amerika.

So wollen es zumindest die Haupteigentümer, der 79-jährige Immobilien-Tycoon Peter Malkin und dessen Sohn Anthony, 50, der das Familiengeschäft leitet. Seit einem Jahr drängt die Familie, allen voran Malkin Junior, die anderen rund 2.800 Eigentümer, den Plan zu unterstützen. Doch es gibt heftigen Widerstand: Viele von ihnen fühlen sich über den Tisch gezogen. Sie machen Stimmung gegen den Börsengang, weil sie um den Wert ihrer Anteile fürchten.

Die Hürde für die Malkins liegt hoch. 80 Prozent der Eigner müssen sie überzeugen, sonst ist ihr Plan gescheitert. Um sich und den Miteigentümern mehr Zeit zu geben, wurde in dieser Woche die Frist zur Zustimmung bis mindestens 8. April verlängert.

Man wolle erst abwarten, bis ein New Yorker Gericht Anfang Mai geurteilt hat, teilte Malkins Anwalt Stephen Meister mit. Der Richter muss über eine Klage der Gegner entscheiden, die sich mit einer Bestimmung des Plans nicht abfinden wollen: Demnach sollen Verweigerer zwangsweise mit 100 Dollar je 10.000 Dollar investiertem Geld herausgekauft werden können. „Jetzt besteht für niemanden mehr Druck“, sagte Meister. Alle Beteiligten könnten „erholsame Feiertage genießen“.

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