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24.09.2007 
Österreich

Ende der Erbidylle

Was hierzulande 2009 eingeführt wird, gibt es in der Alpenrepublik seit 1994: eine Abgeltungsteuer für Zinsen und Dividenden, die 25-prozentige "Kest".

Gerade für Zuwanderer, die von ihren Ersparnissen leben, ist Österreich damit attraktiv. Statt bis zu 44,3 Prozent zahlen sie dort schon heute pauschal 25 Prozent ihrer Kapitalerträge. Der Vorteil schmilzt allerdings 2009, wenn in Deutschland die Abgeltungsteuer eingeführt wird. Deren Satz liegt inklusive Solidaritätszuschlag und Kirchensteuer bei 28 Prozent.

Die "Kest" hat einen entscheidenden Vorteil: Mit ihr ist gleichzeitig die Erbschaftsteuer abgegolten, Sparkonten und Depots können in Österreich also steuerfrei vererbt werden. Allerdings gilt auch hier: Um von den günstigen Regeln zu profitieren, müssen die Erben ebenfalls nach Österreich ziehen. Noch gibt es zwar eine Ausnahme, gemäß des aktuellen Doppelbesteuerungsabkommens (DBA) zwischen Deutschland und Österreich können Erben trotz Wohnsitzes in Deutschland Immobilien und Betriebsvermögen in bestimmten Fällen steuerfrei erben.


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Aber damit ist bald Schluss: "Da Österreich die Erbschaftsteuer 2008 abschafft, wird das DBA gekündigt", sagt Steuerberater Lüdemann. Für Deutsche sei dieser Weg dann verbaut. "Wir wollen verhindern, dass in Österreich ein neues Erbschaftsteuerschlupfloch zum Schaden unseres Landes entsteht", heißt es in Berlin. Wichtig: Last-Minute-Schenkungen bringen nichts, da die Steuervorteile in Österreich nur für echte Erbschaften gelten.

Wer in der Alpenrepublik nicht von Zinsen und Dividenden, sondern hauptsächlich von Arbeitseinkünften lebt, kommt steuerlich schlechter weg: Der Spitzensteuersatz liegt mit 50 Prozent deutlich über dem deutschen Niveau und greift bereits bei einem jährlichen Einkommen von 51 000 Euro.

Die Immobilienpreise in der Alpenrepublik sind nicht ganz so hoch wie am Mittelmeer oder in der benachbarten Schweiz. Einfamilienhäuser im Salzburger Land, in Tirol und in Vorarlberg kosten inzwischen im Schnitt 2100 Euro pro Quadratmeter, am günstigsten sind das Burgenland und die Steiermark mit durchschnittlich 1200 Euro.

Wer wert auf Alpenpanorama oder eine luxuriöse Ausstattung legt, muss aber wesentlich tiefer in die Tasche greifen. Selbst in der Alpenrepublik gibt’s den Blick auf die Berge nicht umsonst.

Quelle: Wirtschaftswoche, Nr. 36, 03.09.2007

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