Energieausweis ist Pflicht
Umweltfreundliches Ärgernis

Verbraucher dürften sich über ihn freuen, Bauherren ärgern. Seit dem 1. Mai müssen Immobilien einen Energieausweis haben und der Bau und Verkauf von Häusern wird teurer. Worauf Mieter und Verkäufer achten sollen.
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DüsseldorfVon Kühlschränken und Waschmaschinen kennen Verbraucher die bunten Aufkleber schon lange. Buchstaben wie A+ oder A++ sollen sie darüber informieren, wie viel Energie das Modell verbraucht und ob man sich nicht einen Stromfresser nach Hause holt. Nach dem gleichen System sollen nun auch Käufer und Mieter von Immobilien entscheiden können.

Seit dem 1. Mai dieses Jahres tritt die neue Energieeinsparverordnung in Kraft. Dann müssen Immobilienanzeigen wesentliche Angaben zu den Energiekennwerten enthalten und ein Energieausweis wird Pflicht. Darin finden Mieter und Käufer auf fünf Seiten Informationen zum jährlichen Energieverbrauch im Gebäude, zur Art des Heizens (ob Öl, Gas oder Elektrizität) sowie Verbesserungsvorschläge darüber, wie das Haus noch sparsamer gemacht werden könnte.

Neu sind außerdem die Effizienzklassen, welche die Immobilien in energiesparende und energiefressende Gebäude gliedern sollen. Von A+ bis H wird es insgesamt neun Klassen geben. In welche von ihnen ein Haus eingestuft wird, entscheidet der Verbrauch pro Quadratmeter.

Ein Gebäude der Klasse A+ zum Beispiel hat mit weniger als 30 Kilowattstunden pro Quadratmeter den geringsten jährlichen Verbrauch und mit zwei Euro pro Quadratmeter auch die geringsten Kosten. Zum Vergleich: Ein Haus der Klasse H verbraucht im Jahr 250 Kilowattstunden pro Quadratmeter Nutzungsfläche und verschlingt mit 20 Euro pro Quadratmeter fast das Zehnfache.

Doch Achtung: Anders als bei Fernsehern und Kühlschränken gilt bei dem Gebäudeausweis nicht, dass die höchste Klasse immer die erste Wahl ist. Während A+ bei neuen Elektrogeräten heute längst Standard ist, steht sie bei Immobilien für die wirklich sparsamste Variante: So genannte „Passivhäuser“.

Damit sind Gebäude gemeint, die so gut gedämmt sind, dass sie gar nicht beheizt werden müssen. Ein normaler Neubau entspricht nach Angaben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen den Klassen A oder B. Ein Gebäude mit einem durchschnittlichen Energieverbrauch (130 bis 160 Kilowattstunden pro Quadratmeter) sei in die E-Klasse einzustufen.

Kommentare zu " Energieausweis ist Pflicht: Umweltfreundliches Ärgernis"

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  • Hausrenovierungen zur Heizkostenersparnis rechnen sich nur in wenigen Ausnahmefällen.

    Der sogenannte "Energieausweis" reduziert in keinster Weise die Energiekosten. Es wird lediglich der Ist-zustand dokumentiert den man sich mit wachem Blick ohnehin denken kann.

    In Grossstädten mit Wohnungsmangel kann das Ergebnis dem Vermieter egal sein. In ländlichen Gebieten mit Leerstand sind die Mieten meist nicht so attraktiv, dass Vermieter Geld in solche Oekomerkmale investieren.

    Letztlich ist es ein Gesetz zugunsten mehr, oder minder qualifizierter Berater die damit ihren Lebensunterhalt verdienen zu Lasten der Allgemeinheit.

    Es ist ein Beispiel eines grossartigen Ökolobbyings den Vermieter und letztlich Mieter bezahlen.

  • Das ist doch nur ein bunter, heißer Luftballon für das Wohlbefinden verhaltensgestörter Gutmenschen.
    Die sogenannten Null-Energiebauten mit ihren A-Plus-Gutachten werden nach nicht allzulanger Zeit dafür sorgen, dass deren Bewohner wegen der installierten Wärmerückgewinnungs-Klimaanlagen mit Atemnot und Allergieproblemen bei ihren Heilpraktikern und letztendlich in den sich dafür spezialisierenden Krankenhausanstalten landen, und dort dann noch mehr Energie ansparen können, da zu Hause ja der Latte-Macciato-Automat nicht mehr laufen wird.
    Bei sämtlichen zu erstellenden Gutachten wird es sich nur darum handeln, den Forderungen der Lobbyisten nachzukommen, da keines dieser Gutachten irgendetwas über eine tatsächliche Energie- bzw. Kosteneinsparung aussagen kann.

  • Diese neue "Verordnung" ist in der derzeitigen Situation sicherlich nur ein Witz. Zum einen liegt das Interesse der Immobilienkäufer eher darin, ein bezahlbares Objekt in vernünftiger Lage zu finden; ein Energieausweis dürfte hier eher eine untergeordnete Rolle spielen.
    Zum anderen ist der Verkäufer durchaus in der Lage als Bedingung zum Zuschlag den Verzicht des Käufers auf den Energieausweis schriftlich zu fixieren. Es mag eine gutgemeinte Verordnung sein, geht jetzt allerdings (und dies wird noch Jahre dauern)an der Realität vorbei und verursacht tatsächlich nur Kosten. Bringen wird sie nichts.
    Übrigens ist die Klassifizierung der PKW auch voll daneben gegangen; Autos werden nach anderen Kriterien gekauft - ebenso wie Häuser.

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