Energieeffizientes Bauen
Fördermittel machen Passivhaus erschwinglich

Energieeffizientes Bauen zahlt sich in Deutschland heute so schnell aus wie nie zuvor. Ausschlaggebend dafür sind hohe Energiepreise und die immer noch niedrigen Zinsen. Zusätzliche Kosten zu tragen, fällt nochmals leichter, wenn die Bedingungen für die Förderung durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) erfüllt sind.

sbe BERLIN. „Die Wärmedämmung verbessern, bedeutet Jahr für Jahr Geld sparen, denn die Belastung durch den Kredit ist weit geringer als die eingesparten Energiekosten“, versichert Wolfgang Feist, Leiter des Passivhaus Instituts (PHI), einer unabhängiges Forschungseinrichtung in Darmstadt. Das energiesparende Passivhaus sei für jeden Bauherren die Alternative mit der geringsten Jahreskostenbelastung, verspricht Feist.

Die KfW habe seit 1999 mehr als 3 500 Passivhäuser mit einem gesamten Darlehensvolumen von rund 219 Mill. Euro gefördert, berichtet Charis Pöthig von der KfW. Die Förderbank finanziert Passivhäuser und das so genannte „Energiesparhaus 40“ mit bis zu 50000 Euro bei einem festen effektiven Jahreszins von derzeit – je nach Laufzeit – zwischen 2,7 und 3,1 Prozent. Die KfW geht davon aus, dass ihre Konditionen das Baugeldmarktniveau etwa um 1,25 Prozent unterschreiten, sagt Pöthig.

Das Passivhaus ist der führende Standard des energieeffizienten Bauens und seit 15 Jahren praxiserprobt. Sein Jahresheizwärmebedarf pro Quadratmeter Wohnfläche ist mit 15 Kilowattstunden extrem niedrig. Er beträgt damit nur ein Zehntel des durchschnittlichen Bedarfs eines bestehenden Gebäudes. Der Bedarfswert eines typischen konventionellen Neubaus wird um 75 Prozent unterschritten. In Heizöl umgerechnet beträgt der Jahresverbrauch nur 1,5 Liter je Quadratmeter. Er ist damit weit geringer, als es die Energieeinspar-Verordnung (EnEV) verlangt. Sie erlaubt sieben Liter.

Beim „KfW-Energiesparhaus 40“ ist der Jahres-Primärenergiebedarf auf 40 Kilowattstunden je Quadratmeter Gebäudefläche begrenzt. Der Wärmeverlust des Hauses darf nur etwa die Hälfte des von der EnEV erlaubten Höchstwerts betragen.

„Gute Dämmung ist das A und O“, sagt Feist. Die Raumtemperatur muss bei komfortablen 20 Grad liegen, und auch die Luftqualität muss hervorragend sein. Wenig lüften, um keine Wärme zu verlieren, gilt nicht. Daher haben die inzwischen rund 6 000 Passivhäuser in Deutschland – Wohnungen, Bürogebäude, Schulen, Herbergen und Fabrikgebäude – eine effiziente Lüftungstechnik.

Die Heizwärme kommt zu einem Drittel aus der passiv, durch die Fenster genutzten Sonnenenergie. Ein weiteres Drittel liefern Menschen und Abwärme von Geräten. Doch wer glaubt, durch Dauernutzung von Geräten Heizenergie zu sparen, liegt falsch. „Passivhäuser müssen auch einen spürbar geringeren Gesamtstromverbrauch haben. Das sind bei Wohnhäusern 3,5 Watt statt normalerweise fünf Watt pro Quadratmeter“, betont Feist.

Das restliche Drittel an Wärme kommt zur Hälfte über Erdwärme-pumpen, daneben durch Holzpelletsheizungen oder andere Systeme. Elektrische Systeme sind erlaubt – sofern der gesamte Stromverbrauch sinkt. Warmes Wasser liefern Son-nenkollektoren auf den Dächern.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%