Energieeffizienz
Hilfe für das sparsame Haus

Je weniger Strom und Heizöl das Haus oder die Wohnung fressen, desto höher ist die Unterstützung vom Staat. Die Anforderungen der KfW-Bank sind aber hoch - und die Bundesregierung will die Richtlinien noch verschärfen.
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BerlinSoll es ein Niedrigenergiehaus sein oder ein Passivhaus? Ist ein Effizienzhaus 55 genehm oder vielleicht doch lieber ein Effizienzhaus 40? Und wie wäre es mit einem Plusenergiehaus? Wer sich mit dem Gedanken trägt, ein Einfamilienhaus oder eine Eigentumswohnung zu kaufen oder zu sanieren, muss sich mit einer Fülle verwirrender Begriffe auseinandersetzen. Doch die Mühe lohnt sich - denn die Entscheidung für eine energieeffiziente Immobilie eröffnet die Chance, stattliche öffentliche Hilfe zu erhalten.

Dabei gilt die Faustformel: Je höher die Energieeffizienz, desto größer die finanzielle Unterstützung. Orientierungsrahmen sind die Anforderungen, die in der Energieeinsparverordnung (Enev) aus dem Jahr 2009 formuliert sind und an die sich jeder Bauherr halten muss. Wer mehr als das gesetzlich Vorgeschriebene tut, wird belohnt - und diese Prämie ist nicht ohne: Für ein Effizienzhaus 40 zum Beispiel stellt die staatliche KfW-Bank in ihrem Programm "Energieeffizient bauen" ein Darlehen von bis zu 50 000 Euro zur Verfügung, das bei einer Laufzeit von zehn Jahren mit nur 1,7 Prozent verzinst werden muss. "Hinzu kommt ein hoher Tilgungszuschuss von zehn Prozent des Darlehensbetrags", sagt KfW-Pressesprecherin Eske Ennen.

Allerdings sind die Anforderungen an ein Effizienzhaus 40 hoch. Der Begriff bedeutet nämlich, dass ein Gebäude höchstens 40 Prozent des laut Enev zulässigen Jahresprimärenergiebedarfs aufweisen darf. Dieser gibt an, wie viel Energie im Lauf eines Jahres für Heizung, Lüftung und Warmwasserbereitung verbraucht wird, wobei auch die Gewinnung und der Transport der Energie in die Kalkulation einfließen. Wie viel Energie das genau ist, können nur Experten berechnen. Der Grund: Die Enev gibt keine absoluten Zahlen vor, sondern arbeitet mit sogenannten Referenzgebäuden. Darunter verstehen die Fachleute virtuelle Gebäude, deren zulässiger Energiebedarf je nach Form des Hauses, Ausrichtung und anderen Gegebenheiten differiert.

Als Orientierung gilt nach Angaben der Deutschen Energie-Agentur (Dena), dass ein Effizienzhaus 100 - also ein Gebäude, das exakt die Enev-Anforderungen erfüllt - für die Beheizung ungefähr 70 Kilowattstunden Strom oder sieben Liter Heizöl pro Quadratmeter und Jahr verbraucht. Ein Effizienzhaus 40 kommt demnach auf ungefähr 30 Kilowattstunden. Nicht ganz so hoch sind die Anforderungen an die weiteren KfW-Kategorien im Neubau, das Effizienzhaus 55 und das Effizienzhaus 70. Auch dafür gibt es günstige Kredite; der Tilgungszuschuss beträgt beim Effizienzhaus 55 aber nur fünf Prozent, während er beim Effizienzhaus 70 entfällt.

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