Energiesparendes Bauen
Immobilienmarkt trennt sich von Energieschleudern

Stromsparende IT, ressourcenschonende Kühlsysteme - den Frankfurter Immobilienmarkt hat die grüne Welle erfasst. Auch die großen Banken bauen ihre Hochhäuser um und setzen dabei auf Nachhaltigkeit. Damit schlagen sie zwei Fliegen mit einer Klappe.

FRANKFURT. Die Citigroup setzt in Frankfurt neue Maßstäbe. Sie baut für 170 Mill. Euro in Nieder-Eschbach nicht nur das größte Rechenzentrum außerhalb der USA, sondern auch eine der umweltfreundlichsten Anlagen ihrer Art. Sie soll nach Firmenplänen bis zu 25 Prozent weniger Energie als ein herkömmliches Rechenzentrum verbrauchen. So will die Citigroup jedes Jahr den Stromverbrauch von 3000 Einfamilienhäusern einsparen. Die Anlage benötigt zudem durch Brauchwasserrückgewinnung 46,5 Mill. Liter Wasser im Jahr weniger.

Stromsparende IT, ressourcenschonende Kühlsysteme - den Frankfurter Immobilienmarkt hat die grüne Welle erfasst. Premium-Gebäude müssen künftig mehr bieten als nur eine gute Lage. "Nachhaltigkeit und Energieeffizienz beeinflussen den Immobilienmarkt immer stärker", sagt Ingo Beenen, Leiter Strategieberatung bei Jones Lang LaSalle. Eine gute Ökobilanz bei Immobilien entwickle sich immer mehr zum Argument bei Mietverhandlungen. "Seit etwa einem Jahr beobachten wir weltweit diesen Trend, der sich in Deutschland vor allem in Frankfurt ausdrückt, weil hier viele internationale Konzerne ihren Sitz haben."

Gerade die Großbanken polieren die Ökobilanzen ihrer Wolkenkratzer auf. So wandeln sich die beiden 155 Meter hohen Türme der Deutschen Bank zu klimafreundlichen und energiesparenden Gebäuden. Seit Ende 2007 läuft der Umbau, bei dem die Bank die Klima-, Wasser- und Lichttechnik komplett erneuern lässt. Neue Fenster lassen sich nun auch öffnen und verbessern die Energiebilanz. Vorstandsmitglied Hermann-Josef Lamberti will den Energieverbrauch sowie den CO2-Ausstoß im Gebäude um mindestens die Hälfte reduzieren. Auch die Dresdner Bank will ihren Büroturm modernisieren. Vorreiter ist in Frankfurt allerdings die Commerzbank:In ihrem Hochhaus sorgen eigens angelegte Gärten für Frischluft. Seit Januar betreibt das Bankhaus seine 259 Meter hohe Zentrale ausschließlich mit Ökostrom.

Die modernisierten Gebäude hätten gleich mehrere Vorteile, sagt Experte Beenen. Zum einen gebe es den ökologischen Aspekt: Gebäude seien weltweit für 40 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich. Dazu komme der wirtschaftliche Gesichtspunkt. Explodierende Energiepreise haben die Nebenkosten rasant in die Höhe getrieben - und drücken damit die Immobilienrenditen. Und zum Dritten sei der Wohlfühleffekt nicht zu unterschätzen, der beispielsweise von grünen Innenhöfen und zu öffnenden Fenstern ausgehe. Energieschleudern würden es in Zukunft schwer auf dem Markt haben, sagt der Immobilienexperte.

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