Exklusives Wohnen
Das Architektenhaus stirbt aus

Die meisten modernen Wohnhäuser kommen heute von der Stange. Bauträger beherrschen das Geschäft mit Einfamilienhäusern und verdrängen Unikate vom Architekten.. Dabei kann es lohnen, nach eigenen Vorstellungen zu bauen.
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BerlinDas Haus an der Hamburger Elbchaussee zieht mit seiner weißen, großzügig verglasten Fassade die Blicke an. Viel Platz bietet es für eine fünfköpfige Familie, die die Vorzüge einer der teuersten Wohnlagen der Hansestadt zu genießen weiß - und die mit der Umsetzung ihrer architektonischen Wünsche eines der namhaftesten Architekturbüros der Republik, Gerkan, Marg und Partner (GMP), beauftragt hat.

Dass Stararchitekten für die Mehrheit der Bauherren, die sich den Traum vom Eigenheim erfüllen wollen, nicht die erste Wahl sind, leuchtet ein. Doch auch für die Zusammenarbeit mit einem lokalen Architekturbüro entscheidet sich nur eine kleine Minderheit.

Auf zehn Prozent der Bauwilligen schätzt der Verband privater Bauherren (VPB) diesen Anteil. Die restlichen 90 Prozent kaufen ihr Eigenheim vom Bauträger oder beauftragen ein Fertighausunternehmen.

Dabei spricht einiges für die Zusammenarbeit mit einem eigens beauftragten Architekten, findet Eva Reinhold-Postina vom VPB. „Der Architekt arbeitet im Auftrag des Bauherrn und hat die Pflicht, diesen bestmöglich zu beraten“, argumentiert sie. Wer dagegen vom Bauträger kaufe, sei eben nicht Bauherr, sondern Käufer. Natürlich sei auch bei Bauträgerprojekten ein Architekt tätig - aber der werde vom Bauträger bezahlt und vertrete im Zweifelsfall dessen Interessen.

Das Bauen mit einem Architekten muss laut Reinhold-Postina auch nicht zwingend teurer sein als der Kauf von der Stange. Viele Käufer sogenannter schlüsselfertiger Häuser erlägen der Illusion, der im Vertrag genannte Festpreis garantiere absolute Sicherheit.

Erst spät realisierten sie, dass in diesem Preis keineswegs alle Leistungen enthalten seien, sagt Reinhold-Postina. Kosten für die Erschließung des Grundstücks oder die Einrichtung der Hausanschlüsse kommen meist hinzu. Den Vorwurf schließlich, viele Architekten hielten den Kostenrahmen nicht ein, lässt selbst die Bauherren-Lobbyistin nicht gelten: „Unsere Erfahrung ist, dass meist der Bauherr die Kosten in die Höhe treibt.“

Kommentare zu " Exklusives Wohnen: Das Architektenhaus stirbt aus"

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  • Also die Kommentatoren haben anscheinend den Artikel nicht gelesen, sonst hätten Sie sich die Komentare schenken können.
    Und wer glaubt, das ein Bauträger sich die Leistungen nach HOAI nicht bezahlen lässt, ist auf dem Holzweg. Hier sind sie nur in einem pauschalen Angebot eingerechnet. Also spart man nicht, obwohl man von der Stange bekommt. Und sollte man etwas geändert haben wollen, legt man oft noch drauf.

    Natürlich gibt es auch gute und weniger gute Vertreter der Zunft, aber die Schlechten sind bei den Bauträgern bestimmt weitaus häufiger anzutreffen, man muss sich doch nur mal die ganzen Hausbausendungen im Fernsehen ansehen.
    Und das einholen von Referenzen ist ja wohl ein guter Tip, um die Spreu vom Weizen zu trennen.

  • Wozu braucht man einen Architekten, wenn der Hausbau bereits durch das amtliche Baufenster des bebauungsplans vorgegeben ist; jeder kann sich eine Schablone fertigen und die gängigen Angebote einpassen und das Ding schlüsselfertig bestellen. Einen Architekten bräuchte man für Problemgrundstücke; aber für solch anstrengenden Arbeiten findet sich dann wieder kein kreativer Mensch.

  • Ich habe persönlich schlechte Erfahrungen mit Architekten gemacht. Mein Architekt hat ausschliesslich auf seine Kasse geschaut. Beim Hauskauf von der Stange weiß man vorher was man bekommt und was es kostet. Um die Nebenkosten wie Erschliessung usw. muß man sich auch beim Hausbau mit Architekten selber kümmern.

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