Exklusives Wohnen: Der neue Trend zum Luxus

Exklusives Wohnen
Der neue Trend zum Luxus

Bei teuren Wohnungen gibt es einen neuen Trend. Vermögende Interessenten möchten nicht nur die Immobilie, sondern auch eine trendige Einrichtung. Wer sich beim Kauf einen Innenarchitekten sparen kann.
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KölnWer sich eine Edelwohnung in der Kameha Residence unmittelbar am Düsseldorfer Rheinufer zulegt, kann sich den Weg zum Möbelhaus eigentlich sparen. Zum Angebot gehören nicht nur die schlüsselfertigen vier Wände, der Bauträger bietet auch die Innenausstattung an.

Weil die Geschmäcker der Kundschaft bekanntlich unterschiedlich sind, wurden vier Stilrichtungen identifiziert, in denen sich die Mehrheit der Kunden wiederfinden soll: die puristische Variante „Pure“, die Version „Pop Modern“, der elegante Klassiker „Metropolitan“ und schließlich das Kuschel-Modell „Land Art“.

Von den 54 Wohnungen, die bei Größen zwischen 30 und 300 Quadratmetern zu Preisen von 5600 Euro und 12.500 Euro pro Quadratmeter angeboten werden, sei bereits etwa die Hälfte verkauft, berichtet Carsten K. Rath, CEO der Lifestyle Hospitality & Entertainment Management, Betreiberin der Kameha Hotels & Resorts. „Nach meinem Kenntnisstand haben sich alle Käufer für eine der vier Designlinien entschieden.“

Auch Marc Wiese, Vorstand des Berliner Bauträger Sanus, setzt auf das Full-Service-Prinzip. Auf dem Gelände rund um das ehemalige Reichspostverteilzentrum in Berlin-Mitte entstehen zurzeit 121 Wohnungen in gehobener Preisklasse - der Durchschnittspreis liegt bei 4000 Euro pro Quadratmeter. Wer mag, kann sein neues Domizil gleich komplett möblieren lassen - Anregungen liefern vier Musterwohnungen, für deren Gestaltung das Unternehmen eigens einen Architektenwettbewerb auslobte. „Insbesondere bei Käufern einer Zweitwohnung und bei Kapitalanlegern ist die Nachfrage nach möblierten Wohnungen groß“, erläutert Wiese.

„Eine möblierte Wohnung kann man teurer vermieten als eine leere“, erklärt dazu Anne Riney vom Maklerhaus Engel & Völkers in Berlin-Mitte. Und in der Hauptstadt gebe es durchaus Nachfrage: „Viele Beamte arbeiten nur unter der Woche in der Stadt und richten sich hier keine komplette Wohnung ein.“ Für Luxuskäufer allerdings sei das Angebot uninteressant: „Diese Kunden beauftragen eher ihren eigenen Innenarchitekten.“

Das bestätigt Jürgen Leibfried, Gesellschafter der Bauwert Investment Group. Der Bauträger entwickelt zurzeit die edlen Kronprinzengärten unweit des Gendarmenmarkts in Berlin zu Quadratmeterpreisen zwischen 4500 und 14.000 Euro: „Kunden erwarten einen hohen Ausbaustandard. Den Wunsch nach einer kompletten Designlösung äußern sie allerdings nicht.“ Reinhold Knodel, der mit seiner Pandion das exklusive Wohnkranhaus im Kölner Rheinauhafen entwickelte, ergänzt: „Wer eine Luxuswohnung kauft, will sie sehr individuell einrichten.“

Ein Komplettangebot wie das der Kameha Residences in Düsseldorf dürfte daher wohl eine Randerscheinung bleiben, urteilt der Hamburger Engel & Völkers-Makler Philip Bonhoeffer. Der vermögende Käufer - zumal der konservative Hanseat - achte nach wie vor zuerst auf Lage und Zuschnitt einer Wohnung.

Kommentare zu "Der neue Trend zum Luxus"

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  • Oft wird teuer faelschlicher Weise mit Qualitaet gleichgesetzt. Aber diesen Protzmeistern, welche meist in solche Domizile ziehen, sei gesagt: vor dem Kauf haben sie das Geld und die Baufirma hat die Erfahrung, danach ist es umgekehrt ;-)

  • Was da an "Architektur" geboten wird, rangiert stilistisch dort, wo auch die hochtoupierten Pudel der unsäglichen Hunde-Schoenheitswettbewerbe angesiedelt sind. Wer lilagefärbte, flitterbestäubte Pudel mit rasiertem Hinterteil und hochtoupiertem Kopfhaar entzückend findet, wird in diesen verschwurbelten Räumen sein Glück finden...

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