Experte befürchtet fehlendes Fachwissen der Einkäufer in Osteuropa und Asien
Auslandsobjekte stehen bei offenen Immobilienfonds hoch im Kurs

Immobilien im Ausland sollen offenen Immobilienfonds attraktivere Renditen ermöglichen, als sie mit Inlandsobjekten zurzeit zu erzielen sind. So sollen die Anleger bei der Stange gehalten werden, die den Fonds in den vergangenen drei Jahren hohe Mittelzuflüsse bescherten.

HB FRANKFURT. Während Westinvest-Manager Wolfgang Schwanke für den Fonds Inter Select Objekte in Deutschland und im europäischen Ausland erwirbt, investiert der Grundbesitz- Global der DB Real Estate ausschließlich im Ausland.

Dem Interselect verhalf der Auslandsanteil von 60 % in der Jahreswertentwicklung per Ende Mai mit einem Plus von 4,58 % zum dritten Platz unter 23 ausgewerteten offenen Immobilienfonds. Der Grundbesitz-Global folgt mit einem Wertgewinn von 3,75 % an sechster Stelle.

Kurt Müller, Geschäftsführer der DB Real Estate, setzt auf die Erschließung neuer Anlageregionen, wozu er beispielsweise Asien zählt. „Im laufenden Geschäftsjahr haben wir vier Objekte in Seoul gekauft“, sagt Müller. Im internationalen Vergleich seien die Leerstandsquoten in Südkorea mit 3,5 % niedrig. In Japan ist seiner Ansicht nach die Talsohle bei den Mieten durchschritten: „Tokio ist ein riesiger Markt auf dem die Mieten wieder steigen.“ Insgesamt sind zwölf Prozent der Fondsgelder in Japan und Südkorea investiert. Interessant seien zudem Prag, Warschau und Budapest, wo 13 % der Mittel angelegt sind. Weiteres Potenzial sieht Müller auch in Schweden, auf das 21 % des Fondsvermögens entfallen.

Dietmar Herbach, Direktor Fondsanalyse bei Feri Trust, gibt zu Bedenken: „Bei den weltweit investierenden Fonds müssen die Anbieter zunächst noch ihre hinreichende globale Expertise nachweisen. Dies gilt insbesondere für Investments in Osteuropa und in Asien.“ Die im Kalenderjahr 2003 erzielte Rendite von 2,53 % des Grundbesitz- Global überzeugt ihn nicht, wiewohl er 2004 auf Grund der aktuellen Jahresperformance ein besseres Ergebnis erwartet.

Der Auslandsanteil des Interselect ist nach den Worten von Westinvest-Geschäftsführer Schwanke konzeptionell auf bis zu 70 % ausgerichtet. Momentan stünden Immobilien in den Niederlanden, Frankreich und Spanien im Fokus. Die Gesamtliquidität, die Ende Mai bei rund 34 % lag, sei durch den Kauf eines Objektes in Paris und Zahlungen für Projekte im Juni auf rund 24 % abgeschmolzen. „Wichtig ist uns, dass wir bei unseren Vertriebspartnern für den Fonds nur Mittel einwerben, wenn zeitnah Investitionen in Immobilien getätigt worden sind oder unmittelbar bevorstehen“, sagt Schwanke.

Laut Feri-Experte Herbach kann der Anleger mit guten europaweit investierenden offenen Immobilienfonds eine Rendite von etwa 3,5 bis 5,5 % jährlich erzielen.

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