Experten: Für Markteinstieg ist es zu spät
EU-Beitritt: Goldgräberstimmung am Immobilienmarkt ist vorbei

Sollte die EU-Osterweiterung auch noch so viele Impulse für die Wirtschaft in den Beitrittsländen bringen, im Immobilienbereich dürfte trotz geringer Produktionsfaktorkosten und EU-Subventionen das Interesse ausländischer Investoren abebben.

HB WIEN. Experten verweisen darauf, dass sich das Niveau des osteuropäischen Immobilienmarktes mehr und mehr an Westeuropa angleicht, zudem gebe es in den Metropolen der Beitrittsländer einen über dem EU-Durchschnitt liegenden Leerstand zu verzeichnen. Zufrieden könnten diejenigen Unternehmen sein, die sich bereits am Markt etabliert hätten und sich über steigende Preise freuen könnten, so Beobachter. Für einen Markteinstieg dürfte sei es nun aber bereits zu spät sein.

Karl Petrikovics, Vorstandsvorsitzender der Wiener Immofinanz AG, ist der Ansicht, dass nun die Zeit ist, in der institutionelle Investoren am mittel- und osteuropäischen Immobilienmarkt aktiv werden sollten „Die Zeit der Developer ist dort sicherlich vorbei“. Christian Schitton, Leiter Immobilienfinanzierungen Mittel- und Osteuropa bei der Bank Austria Creditanstalt AG (BA-CA), verweist darauf, dass sich der dortige Markt bei Angebot und Nachfrage, aber auch hinsichtlich der Renditen, zusehends an das westeuropäische Niveau angleiche.

Beide Experten haben beobachtet, dass es in den vergangenen zwei Jahren zu einem Renditerückgang gekommen sei. „Heute haben wir in Prag oder Budapest Renditen von 8% bis 8,5%, vor anderthalb Jahren lagen sei noch zwischen 9% und 9,5%“, sagt Petrikovics. Auch die Wiener Investkredit Bank AG ist über ihre Tochter Europolis im osteuropäischen Immobiliengeschäft tätig. Europolis-Geschäftsführer Bernhard Mayer sagt, dass man für 2004 in Prag und Budapest mit Renditen von rund 7,75% rechnen kann, „in Warschau liegt sie um 1% höher“. Auch Mayer sieht eine zunehmende Angleichung an westeuropäische Metropolen. Irgendwann stelle sich die Frage, weshalb man in Budapest investieren sollte, wenn entsprechende Immobilien in Brüssel dasselbe kosteten.

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