Experten warnen vor Steuerausfällen: Streit um deutsches Reits-Gesetz

Experten warnen vor Steuerausfällen
Streit um deutsches Reits-Gesetz

Die geplanten Steuervorteile für neue börsennotierte Immobiliengesellschaften (Reits) stoßen in der klassischen Immobilienbranche auf harschen Widerstand. Die Leasingwirtschaft kritisierte am Mittwoch bei einer Anhörung des Bundestagsfinanzausschusses, die Regierungspläne führten zu einer massiven Wettbewerbsverzerrung auf dem Immobilienmarkt.

HB BERLIN. Vertreter geschlossener Immobilienfonds forderten, ebenfalls in den Genuss der Steuerprivilegien zu kommen. Andere Experten warnten, mit dem Reits-Gesetz drohten erhebliche Steuerausfälle.

Mit der Zulassung von „Real Estate Investment Trusts“ will die Bundesregierung Bewegung in den Immobilienmarkt bringen und vor allem Unternehmen anregen, ihre stillen Reserven zu heben. Die in 20 Ländern gängigen Reits schütten mindestens 90 Prozent ihrer Erträge an ihre Anteilseigner aus, die sie versteuern. Die Reit-AG selbst bleibt im Gegenzug steuerfrei. Zum Anschub des neuen Finanzmarktinstruments soll bei der Auflösung stiller Immobilienreserven ein auf drei Jahre befristeter Steuernachlass von 50 Prozent gewährt werden.

Diese so genannte „Exit Tax“ benachteiligt dem Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen zufolge Firmen, die ihr Vermögen nicht über Reits, sondern über die Auslagerung von Immobilien mobilisieren. So eigneten sich insbesondere Mittelstandsimmobilien weniger für einen Reit. Auch die Anbieter geschlossener Fonds sehen ihr Geschäftsmodell bedroht. Um den Steuervorteil auszugleichen, müssten sie am Markt höhere Preise zahlen. Eine solche Verzerrung vertrage sich auch nicht mit dem Gleichheitsgrundsatz des Grundgesetzes.

Experten fürchten, dass dieser Widerstand das geplante Gesetzesvorhaben weiter beschädigen könnte, nachdem die SPD-Linke ihm schon nur unter großen Vorbehalten zugestimmt hatte.

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