Explodierende Hauspreise und Hurrikans
Freude über Florida lässt nach

Sonne, Meer und gute Laune – so verkauft sich Florida seit Jahren als Urlaubsparadies und ganzjährig warmer Altersruhesitz. Doch die gute Stimmung schlägt um. „Seit einigen Monaten ist es so, dass in jedem Gespräch früher oder später die Sprache aufs Wegziehen kommt – egal ob man sich mit Freunden, Nachbarn oder Geschäftspartnern unterhält“, sagt Michael Mayo aus Fort Lauderdale in Südflorida, knapp 50 Kilometer nördlich von Miami.

HB HOUSTON. Auch bei der Autovermietung um die Ecke ist in diesen Tagen die Hölle los. Zum ersten Mal seit langer Zeit verlassen mehr Umzugswagen die Stadt, als neue ankommen: „Die Leute sehen zu, dass sie von hier fortkommen“, erzählt die Angestellte Belkis Lopez einem Reporter der Tageszeitung „Sun-Sentinel“. „Teilweise sind das Leute, die schon seit 50 Jahren hier gewohnt haben.“

Kein Wunder: Die Preise auf dem Immobilienmarkt in Florida schießen seit Langem in die Höhe. Innerhalb von nur einem Jahr haben sich Wohnungen und Privathäuser in einigen Regionen um bis zu 45 Prozent verteuert. In nur fünf Jahren sei der mittlere Kaufpreis damit um rund 115 Prozent gestiegen, ermittelt die Maklervereinigung von Florida (FAR). Andere Studien zeigen, dass von den am stärksten überteuerten Immobilienregionen der USA 15 in Florida liegen. Der Ort Naples an der Südspitze des Staates führt die Liste mit Hauspreisen von durchschnittlich 84 Prozent über dem tatsächlichen Wert an.

Und das, obwohl gerade erst die aktivste Hurrikansaison seit Beginn der Aufzeichnungen zu Ende gegangen ist. Rita, Katrina und Wilma sind Vergangenheit – andere werden folgen. Wann immer eine neue Sturmwarnung kommt, werden die mannshohen Spanplatten aus der Garage geholt und die Türen und Fenster der Häuser damit vernagelt. Dann beginnt das große Zittern – manchmal sogar mehrmals in einem Monat. Vielen Floridianern wird das langsam zu viel, ganz zu schweigen von den explodierenden Versicherungskosten gegen Hurrikans und Überschwemmungen. Markus Derkum, Geschäftsführer des deutsch-amerikanischen Immobilienspezialisten Jamestown, meint: „Die langfristigen Auswirkungen durch die Hurrikans sind noch nicht abzusehen, aber es ist ein durchaus plausibles Szenario, dass Florida auf dem US-Immobilienmarkt erst einmal nicht mehr zu den Gewinnern gehört.“

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