Expo Real
Grüne Hauptstadt Hamburg

Erstmals präsentieren sich Hamburg und Schleswig-Holstein als gemeisame Metropolregion auf der diesjährigen Expo Real. Die Strategie der Nordlichter: Als "European Green Capital 2011" möchte die Region vor allem umweltbewusste und nachhaltige Investoren anlocken.
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HAMBURG. Möwen kreischen, Wellen schlagen ans Ufer, Nebelhörner dröhnen. Wenn am kommenden Montag die größte deutsche Immobilienmesse, Expo Real, in München eröffnet, weht für die Besucher des Gemeinschaftsstandes von Hamburg und Schleswig-Holstein zumindest eine akustische Brise Strand- und Hafenromantik. Der Schulterschluss der beiden Bundesländer ist neu. Erstmals in der Geschichte der Expo Real präsentieren sich die beiden Nordlichter Seite an Seite als Metropolregion. "Wir Hamburger konzentrieren uns mit unseren 54 Standteilnehmern auf die Immobilienthemen unserer Stadt", erklärt Birgit Riege von der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF). Genauso wichtig seien aber auch die Synergien, "die in den Kompetenz-Netzwerken, den so genannten Clustern, gemeinsam mit unseren Nachbarn im Norden entstehen." Was im Bereich der Medizintechnik seit fünf Jahren mit Hilfe der Norddeutschen Life Science Agentur "Norgenta" praktiziert wird, soll auch für die Immobilien-Branche nützlich sein. Stichwort: Wissens- und Technologietransfer sowie ein gemeinsamer Auftritt im Ausland.

Das Hamburger Motto lautet in diesem Jahr: "Lebenswerte Metropole". Dafür haben die Hanseaten reichlich hochkarätige Teilnehmer im Gepäck: Erstmals dabei ist die Senatorin für Stadtentwicklung und Umwelt Anja Hajduk. Ihrer Behörde ist es zu verdanken, dass Hamburg den Titel "European Green Capital 2011" führen darf. Den Orden verlieh die Europäische Kommission für Hamburgs erklärtes Ziel, bis 2020 die Kohlendioxid-Emissionen um 40 Prozent zu senken. Seit 1990 wurde an Elbe und Alster bereits 15 Prozent weniger Treibhausgas produziert. Anja Hajduk: "Nachhaltiges Bauen ist für Hamburg ein wichtiges Thema, damit wir unsere ehrgeizigen Klimaschutzziele erreichen." In Hamburg könne man sehen, dass "Klimaschutz und ästhetische Architektur vereinbar sind", betont die Senatorin. Als Beispiele nennt sie die Hafen City und die Internationale Bauausstellung 2013. Mit diesen beiden Leuchtturmprojekten möchte auch Heinrich Lieser, Chef der Hamburgischen Gesellschaft für Wirtschaftsförderung (HWF), Investoren für Alster und Elbe begeistern. "Hamburg hat mehr Potenzial als andere Städte", ist Lieser überzeugt. Er begründet das mit Wirtschaftskraft und Dynamik, einer nachhaltigen Wachstumsstrategie und dem vielfältigen Immobilienportfolio Hamburgs.

Tatsächlich gehören 50 Prozent von Grund und Boden der Stadt. Das eröffnet optimale Planungsmöglichkeiten. Hinzu kommen zahlreiche innerstädtische Konversionsflächen, die Raum für Wachstum und neue Zukunftschancen bieten. Helmut Köhler, Geschäftsführer der Projektentwicklungs- und Maklerfirma Köhler & von Bargen: "Hamburg bietet vielfältige Entwicklungsmöglichkeiten, der architektonische Mix aus Alt und Neu ist bundesweit einmalig. Außerdem erhält die Stadt mit der HafenCity direkt am Wasser einen neuen Stadtteil, mit dem die traditionelle Stadtachse entlang der Elbe wiederbelebt wird."

Nicht nur die baulichen Voraussetzungen sind blendend: Auch die Prognosen für die Hamburger Wirtschaft sehen mehr als gut aus: Das Schweizer Prognos-Institut feiert Hamburg in seinem exklusiv für das Handelsblatt erstellen Zukunftsatlas als Spitzenreiter vor Berlin, München und Frankfurt. Als internationales Drehkreuz ist die Hafenstadt in der Logistik die führende Region Deutschlands. In der Gesundheitswirtschaft und bei hochwertigen Unternehmensdienstleistungen rangiert die Hansestadt an dritter Stelle. Auch in der Informationstechnologie und im Fahrzeugbau mischen die Nordlichter ganz vorne mit.

Auch in diesem Jahr sind in München wieder eine ganze Reihe von großen und kleinen Entwicklern, Investoren, Financiers und Immobiliendienstleistern am Hamburg-Messestand anzutreffen: Erstmals dabei sind die Waterbound Real Estate, die Berenberg Bank und Immobilienmakler Wentzel Dr.

Bereits Expo Real Erfahrung haben die in der Hafencity aktiven Firmen DS Bauconcept, Deutsche Immobilien sowie das Überseequartier-Entwicklungskonsortium. Mit von der Partie außerdem: Bestandshalter Quantum Immobilien, der Projektentwickler LIP Ludger Inholte, BIG Bau, Aug. Prien Immobilien, die Bauunternehmen Otto Wulff und Hochtief. Zahlreiche Finanzierer zeigen ihre Verbundenheit zum Standort, darunter die Haspa, die Eurohypo, Hamburg Trust, Garbe Investment und das Fondshaus Hamburg.

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