Fachmesse Mipim wächst vor allem dank Ausstellern aus Osteuropa und Asien
Weniger Deutsche reisen nach Cannes

Zum 16. Mal traf sich in der vergangenen Woche die internationale Immobilienwirtschaft zum traditionellen Jahresauftakt in Cannes. Trotz vieler Unkenrufe bleibt der „Marché international des professionnels de l'immobilier“, kurz Mipim, auf Wachstumskurs. Etwa 20 000 Gäste zählte der französische Veranstalter Reed Midem, gut 3 000 mehr als noch im vergangenen Jahr.

HB CANNES. Etwa 5 200 Immobilienentwickler, -dienstleister, -finanzierer, Städte und Regionen präsentierten sich allein oder gemeinsam auf 2 000 Ständen im Palais des Festivals unmittelbar an der Croisette, dem Prachtboulevard der Riviera-Stadt. Die Fachmesse wuchs gegenüber dem Vorjahr erneut um neun Prozent.

Der Erfolg geht vor allem auf das gewachsene Interesse von Ausstellern aus dem Mittleren Osten, Russland, Asien, Zentraleuropa und der Türkei zurück. Das deutsche Engagement jedenfalls sei spürbar zurückgegangen, hieß es am Rande der Messe. So waren es wie bereits in den vergangenen Jahren insbesondere deutsche Städte und Regionen, die das besondere Flair der Messe an Frankreichs Edelküste für ihr Standortmarketing nutzten.

Große deutsche Immobilienanlagegesellschaften wie etwa die Hamburger Difa Immobilien-Fonds AG, Fondstochter im Finanzverbund der Volks- und Raiffeisenbanken, sind an der Côte d'Azur nicht mehr mit einem eigenen Stand vertreten. Auch die Allianz-Dresdner-Tochter Degi oder DB Real Estate, Fondsgesellschaft der Deutschen Bank, präsentieren sich lieber auf der Konkurrenzveranstaltung Expo Real, die jährlich im Oktober in München stattfindet.

Für Tony Horrell, CEO und Chef der europäischen Investmentabteilung beim internationalen Immobilienberater Jones Lang Lasalle in London, ist dies auch Ausdruck einer sich wandelnden Anlegerstruktur auf den europäischen Immobilienmärkten. Noch vor zwei bis drei Jahren seien die deutschen offenen Immobilienfonds in Europa die Hauptquelle des Investmentkapitals gewesen, sagte er in Cannes. Zwei Entwicklungen hätten seitdem andere Anlegergruppen in den Vordergrund gerückt: „Zum einen haben fremdkapitalorientierte Anleger an Bedeutung gewonnen, die vor allem in Kontinentaleuropa das Gefälle zwischen Immobilienrenditen und Fremdfinanzierungskosten nutzen.“ Mit anderen Worten: Das europaweit niedrige Zinsniveau ermöglicht es opportunistisch orientierten, risikobereiten Anlegern, hohe Investitionen mit vergleichsweise geringem Eigenkapital zu schultern und dessen Verzinsung auf diese Weise deutlich zu steigern.

Seite 1:

Weniger Deutsche reisen nach Cannes

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%