Falls die Zinswende kommt, raten Experten bei Immobilienkrediten zu einer längeren Zinsbindung: Lange Laufzeiten sichern billiges Baugeld

Falls die Zinswende kommt, raten Experten bei Immobilienkrediten zu einer längeren Zinsbindung
Lange Laufzeiten sichern billiges Baugeld

Die Wahrscheinlichkeit steigt, dass die lang beschworene Zinswende vor der Tür steht. Seit zwei Wochen laufen die Kurse der Bundesanleihen abwärts. Wer mit steigenden Zinsen rechnet und zurzeit über einen Immobilienkredit nachdenkt, tut gut daran, sich die günstigen Zinsen für einen möglichst langen Zeitraum zu sichern – und daher eine Laufzeit über 15 statt über zehn Jahre zu vereinbaren.

DÜSSELDORF. Vor allem Kreditnehmer, die sich für eine niedrige Tilgung entscheiden, sollten angesichts des „exorbitant niedrigen Zinsniveaus und der Gefahr einer Zinswende“ für eine längere Zinsbindung sorgen, sagt Arno Gottschalk von der Verbraucherzentrale Bremen. Im Durchschnitt betrage der Zinsaufschlag der Direktanbieter für eine fünf Jahre längere Laufzeit derzeit nur 0,27 Prozent.

Betrachtet man alle Anbieter, liege der Abstand in der Regel zwischen 0,3 und 0,5 Prozentpunkten, sagt der Immobilienökonom Peter Edinger. Eine Differenz zwischen zehn- und 15-jähriger Laufzeit, die 0,5 Prozent übersteigt und die von manchen Banken angeboten wird, ist Experten zufolge zu hoch.

Häuslebauer sollten bei der Entscheidung über die Dauer der Zinsbindung zwei Dinge beachten: „Zunächst muss sich der Kreditnehmer überlegen, was für einen Zinssatz er sich leisten kann“, sagt Edinger. Vorausgesetzt, er kann den höheren Satz problemlos zahlen, geht es in einem zweiten Schritt um seine persönliche Zinsprognose: „Rechnet der Kreditnehmer mit einem moderaten Zinsanstieg, sollte er lieber höher tilgen, um so seine Restschuld zu verringern und den Kredit früher abzubezahlen.“ Wenn er aber mit steigenden Zinsen rechnet, ist vermutlich die längere Laufzeit die vernünftigere Option für ihn.

Dem Kreditnehmer hilft eine einfache Rechnung, um zu entscheiden, ob sich die längere Bindung lohnt. Ein Beispiel (siehe Tabelle): Ein Bauherr bezahlt für einen Kredit mit fünfzehnjähriger Laufzeit 4,5 Prozent Zinsen, bei zehnjähriger Laufzeit wären 4,25 Prozent fällig. Die Zinsersparnis von einem Viertelprozentpunkt investiert er in eine höhere Tilgung. Der so genannte Grenzzinssatz liegt in diesem Fall bei 5,45 Prozent. Diesem muss der Kreditnehmer seine Zinsprognose entgegenstellen. Erwartet er, dass er für einen Anschlusskredit nach zehn Jahren mehr als 5,45 Prozent zahlen muss, sollte er die längere Zinsbindung wählen.

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