Faule Kredite verstärken Konjunktursorgen
Insolvenz-Serie: Japan leidet unter Immobilienkrise

Japans Finanzsektor wird von einer Serie an Firmenzusammenbrüchen im Immobiliensektor geplagt. Der jüngste Fall der Tokioter Immobilienfirma Sohken Homes, die Anfang dieser Woche Gläubigerschutz beantragen musste, überschattete auch am Donnerstag die Stimmung am japanischen Aktienmarkt.

HB TOKIO. Der breit gefasste Topix gab um 4,16 Punkte oder 0,34 Prozent auf 1219,53 Punkte nach. Der Nikkei legte dank Schnäppchenkäufen um 0,12 Prozent auf 12 768,25 Punkte zu. Während die zweitgrößte Wirtschaftsnation der Welt bisher von der Hypothekenkrise in den USA weitgehend verschont blieb, verschärfen nun faule Kredite im heimischen Immobiliensektor bei Banken und Börsianern die ohnehin wachsende Sorge über Japans Konjunkturaussichten. So war Sohken Homes unter einem Schuldenberg von 33,89 Mrd. Yen (211 Mio Euro) in die Knie gegangen. Tokios Börse streicht die Papiere zum 27. September vom Kurszettel.

Es war der jüngste Fall in einer Reihe von Insolvenzen kleinerer Immobiliengesellschaften. Die in diesem Jahr bislang größte Insolvenz erlitt die Urban Corp., die kürzlich mit angehäuften Schulden von 255,83 Mrd. Yen bei Gericht Gläubigerschutz beantragen musste. Nach Berechnungen von Tokyo Shoko Research hat die Pleitewelle in Japan inzwischen den höchsten Stand seit fast fünf Jahren erreicht. Dies bereitet vor allem den kleineren und mittleren Banken Sorgen.

Hintergrund der Immobilienkrise ist zum einen der Abschwung der Konjunktur sowie die steigenden Materialkosten. Daneben wirken sich jedoch auch verschärfte Bauvorschriften der Regierung aus, die im vergangenen Jahr in Kraft traten. Anlass hierfür waren Betrügereien beim Bau von Wohngebäuden gewesen, die nicht den Erdbebenvorschriften entsprachen. Experten rechnen damit, dass vor allem Japans kleinere und mittlere Regionalbanken, die die Immobilienfirmen mit Krediten bedienten, weiter mit der verschärften Lage zu kämpfen haben.

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