Feldversuch ermittelt große Akzeptanz
Neuer Energiepass für rund 200 Euro pro Haus

dc BERLIN. Ein neuer Gebäudepass, mit dem Immobilieneigner künftig die Energie-Effizienz ihrer Häuser nachweisen müssen, wird im Durchschnitt voraussichtlich 200 bis 300 Euro pro Stück kosten. Günstiger dürfte die Rechnung für Besitzer von Einfamilienhäusern ausfallen, die ein vereinfachtes Begutachtungsverfahren nutzen können: Für sie schlägt der neue Pass überwiegend mit weniger als 150 Euro zu Buche. Zu diesen Ergebnissen kommt ein groß angelegter Feldversuch im Auftrag der bundeseigenen Deutschen Energieagentur (Dena), dessen Zusammenfassung dem Handelsblatt vorliegt. Gerade bei privaten Hausbesitzern stoße der Pass auf breite Akzeptanz.

Anlass der Untersuchung ist eine EU-Richtlinie zur Energieeffizienz von Gebäuden, die Anfang 2006 im Zuge einer Neufassung der Energieeinsparverordnung (EnEV) in deutsches Recht umgesetzt werden soll. Als Vorbild für den Gebäudepass dient die bereits übliche Kennzeichnung von Spül- und Waschmaschinen, für die Hersteller je nach Energie- und Wasserverbrauch eine Effizienzklasse ausweisen müssen. Für Hausbesitzer soll der Pass den Anreiz steigern, bei laufenden Gebäudesanierungen alle wirtschaftlich sinnvollen Energiesparmaßnahmen auszuschöpfen. Darunter fällt etwa eine bessere Wärmedämmung oder eine sparsamere Heizungsanlage.

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Der Pass, wie ihn die Dena konzipiert hat, stößt allerdings bei der Wohnungswirtschaft weiter auf Widerstand. Zwar stellt auch sie den geplanten Pass nicht grundsätzlich in Frage, drängt aber auf ein einfacheres Verfahren, mit dem die Energieeffizienz erfasst wird. Während dem Dena-Pass eine technische Begutachtung durch Sachverständige zu Grunde liegt, will der Gesamtverband der Wohnungswirtschaft die Daten lieber aus den tatsächlichen Heizkostenabrechnungen ermitteln, da dies billiger sei. Kritiker wenden allerdings ein, dass dieser Weg nur bei größeren Mehrfamilienhäusern zu soliden Daten führe.

Für die Studie wurden 4 100 Häuser von Energieexperten bewertet. 80 Prozent der privaten Hauseigner stufen danach die auf dieser Basis erstellten Pässe als empfehlenswert ein. 70 Prozent hätten die Absicht, die in den Pässen ebenfalls aufgeführten Modernisierungstipps ganz oder teilweise umzusetzen. Bisher, so erläutert Dena-Chef Stephan Kohler, würden bei bis zu zwei Drittel der Gebäudesanierungen die Möglichkeiten eines wirtschaftlich sinnvollen Wärmeschutzes nicht ausgeschöpft. Kohler: „Der Pass kann zu einem wichtigen Instrument zur Belebung des Modernisierungsmarkts werden.“

Quelle: Handelsblatt

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