Ferienhäuser
Käufer in Frankreich sollten warten

Wer an Immobilien in Frankreich interessiert ist, für den lohnt es sich, noch mit dem Kauf zu warten. Viele Notare erwarten in naher Zukunft ordentliche Preisabschläge.
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ParisLuxus-Immobilien in den Ferienregionen Frankreichs erzielen noch immer Rekordpreise. Mitte Juni kaufte ein tschechischer Milliardär den aus dem Jahr 1920 stammenden Palast Maeterlinck in Nizza an der Côte d'Azur für 48 Millionen Euro. Darin sollen Luxuswohnungen entstehen, die er zu Quadratmeterpreisen von 10.000 bis 15.000 Euro an betuchte Kunden verkaufen will. Ob das gelingt, muss sich zeigen.

Denn an der Mittelmeerküste sind seit Ende vergangenen Jahres die Immobilienpreise leicht zurückgegangen. Doch noch immer liegt der Preis für eine 140-Quadratmeter-Wohnung in Nizza bei 500.000 Euro; ähnlich große Häuser mit Pool kosten 800.000 Euro.

Günstiger ist es in der Bretagne. In Quiberon kosten 70-Quadratmeter-Wohnungen in Strandnähe um die 240.000 Euro. Der durchschnittliche Quadratmeterpreis liegt in der Bretagne bei knapp 3.000 Euro.

„Der Markt ist schwieriger als 2011. Ende des Jahres wollten alle noch vor der Steuerreform verkaufen", betonte Alexander Kraft, Präsident von Sotheby's International Realty France, die den Verkauf der Luxusvilla in Nizza abgewickelt haben.

Seit dem 1. Februar gilt bei Verkäufen von Zweitwohnsitzen und Ferienimmobilien eine 30-jährige Spekulationsfrist. Zuvor konnten die Zugewinne nach 15 Jahren steuerfrei eingestrichen werden. Experten hatten erwartet, dass Vorzieheffekte die Preise unter Druck setzen könnten. Tatsächlich wurde im Januar ungewöhnlich viel verkauft.

Seit einigen Monaten beobachten Notare in vielen Regionen in Frankreich einen starken Rückgang von bis zu 40 Prozent bei den Verkäufen, sogar im bisher begehrten Paris. Die Experten sind noch unsicher, was die Zukunft angeht, weil die Wirtschaftsaussichten nicht klar sind.

„Es bleibt abzuwarten, ob der Rückgang der Nachfrage die Preise sinken lässt", sagte Hervé Hatt, Generaldirektor der Maklerfirma Meilleurtaux. Viele Notare erwarten aber in Frankreich für 2012 einen Preisabschlag von fünf bis zehn Prozent. In den nächsten fünf bis acht Jahren könnten es sogar bis zu 40 Prozent sein.

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