Fertighochhaus: New York bekommt höchsten Plattenbau der Welt

Fertighochhaus
New York bekommt höchsten Plattenbau der Welt

Ein New Yorker Bauherr plant weltweit den höchsten Plattenbau. Durch Fertigbauweise soll das 34-Stockwerk-Gebäude billiger werden. Doch das Vorhaben stößt nicht überall auf Gegenliebe.
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New YorkEin amerikanischer Bauunternehmer will in New York ein Hochhaus aus Fertigteilen zusammenbauen lassen und so bis zur Hälfte der Baukosten einsparen. Das Gebäude mit 34 Stockwerken und 400 Apartments für Menschen mit geringeren Einkommen soll in einem Neubaugebiet im Stadteil Brooklyn entstehen.

Der Immobilienentwickler Bruce C. Ratner arbeite seit einem Jahr an entsprechenden Plänen, habe sie bisher aber geheim gehalten, berichtet die New York Times. Sein Unternehmen Forest City Ratner habe die Pläne jetzt bestätigt. Eine endgültige Entscheidung, ob das Apartmenthaus herkömmlich oder in Fertigbauweise errichtet wird, sei aber noch nicht gefallen. Insgesamt sind in dem Neubaugebiet Atlantic Yards 16 Gebäude für 4,9 Milliarden Dollar geplant, außerdem ein Basketball-Stadion.

Die Teile für den Hochhaus-Plattenbau würden in einer Fabrik vorgefertigt und dann vor Ort verbaut. Kräne würden die insgesamt 900 Module zu einer Art weltweit größtem Plattenbau zusammenfügen. Das bislang höchste Haus, das aus Fertigteilen zusammengesetzt wurde, steht im englischen Wolverhampton und hat 25 Stockwerken. Es wurde in weniger als 12 Monaten errichtet. Unternehmer Ratner sei jüngst nach Europa gereist und habe mit den Bauherren dort geredet, heißt es in dem Bericht.

Laut Architekten ist Fertigbauweise für hohe Bauten zwar grundsätzlich kein Problem. Je höher das Gebäude aber wird, umso komplexer sei die Aufgabe, heißt es.

Ärger riskiert der Unternehmer mit den Gewerkschaften. „Wir haben die Fertigbauweise nie unterstützt, aus offensichtlichen Gründen“, zitiert die New York Times den Chef der Bauarbeiter-Gewerkschaft von New York, Gary La Barbera. Die Fertigbauweise würde nicht nur weniger Arbeitsplätze bedeuten – die Arbeiter in einer Fertigteile-Fabrik verdienen auch deutlich weniger als die Maurer und Handwerker auf den Baustellen.

Pikant daran: Ratner hat von der öffentlichen Hand Zusagen für Subventionen erhalten. Neben dem Versprechen, bezahlbaren Wohnraum zu schaffen, hatte Ratner auch erklärt, es würden 17.000 Arbeitsplätze geschaffen werden.

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