Finanzberater empfehlen: Günstige Konditionen langfristig sichern und auf teure Bauspardarlehen verzichten
Baugeld-Zinsen sind niedrig wie noch nie

Noch nie war Baugeld so billig wie jetzt. Nach Ansicht der Marktbeobachter wird dies vorläufig so bleiben. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sichert sich die Niedrigzinsen bereits jetzt für Bauvorhaben oder Umschuldungen im nächsten Jahr.

DÜSSELDORF. In Einzelfällen verzichten Banken bis zu zwölf Monaten auf Bereitstellungszinsen. Üblich sind drei Monate. Die Zinsen für Hypothekendarlehen bewegen sich mit den Renditen auf dem Kapitalmarkt auf und ab. Orientierung gibt die Rendite der zehnjährigen Bundesanleihe, die sich gegenwärtig zwischen 3,10 und 3,20 Prozent bewegt. Anleiheanalysten schließen zwar nicht aus, dass die Renditen in diesem Jahr noch bis zu 0,40 Prozentpunkte steigen. Doch selbst wenn die Baugeldzinsen in gleichem Maß angehoben werden, bleibt die Zinsbelastung im langfristigen Vergleich gering. Vor einem Jahr betrug der Zinssatz für zehnjährige Hypothekendarlehen im Schnitt fünf Prozent, vor zehn Jahren 7,9 Prozent.

Finanzierungsberater empfehlen, die Zinsen lange festzuschreiben. Die niedrigsten Effektivzinssätze für zehn Jahre Zinsbindung bewegen sich zurzeit um 3,65 Prozent. 15 Jahre Laufzeit werden mit Aufschlägen ab etwa 0,3 Prozentpunkten angeboten. Zu diesen Zinssätzen lohnt es sich vielfach sogar, Bauspardarlehen abzulösen, weil dafür – im Unterschied zu Hypothekendarlehn – keine Vorfälligkeitsentschädigungen fällig werden.

Deshalb raten die Baugeldexperten auch davon ab, Bauspardarlehen neu aufzunehmen. „Bauspardarlehen sind zurzeit in den meisten Fällen teurer als ein normales Hypothekendarlehen“, sagt Arno Gottschalk, Finanzierungsberater bei der Verbraucherzentrale Bremen. Beim Gros der Darlehen liege der effektive Jahreszins bei 4,5 bis fünf Prozent, was selbst im Vergleich zu nachrangigen Darlehen von Banken oft zu hoch sei.

Banken beleihen in der Regel bis etwa 60 Prozent des Hauswertes erstrangig und verlangen für weitere Darlehen wegen des höheren Risikos auch höhere Zinsen. Wenn bei Abschluss des Bausparvertrags ein so genannter Bonustarif gewählt wurde, ist womöglich der Darlehensverzicht schon deshalb lohnender, weil das Bausparguthaben dann mehr Zinsen bringt, als das Hypothekendarlehen kostet. Vor Jahren abgeschlossene Bonustarife bringen bis zu fünf Prozent Guthabenverzinsung, so dass die Rendite nach Abzug von Abschluss- und Kontoführungsgebühr in der Regel mehr als vier Prozent beträgt.

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