Finanzinvestoren treiben Mieten und Preise hoch
Wohnen wird teurer

Das Dach über dem Kopf wird teurer. Zwei aktuelle Untersuchungen stellen übereinstimmend steigende Preise und Mieten für Wohnungen in Deutschland fest.

HB BERLIN. Das gilt gerade für manche ohnehin teuren Standorte, zeigen Miet- und Kaufpreisindizes des Beratungsunternehmens Empirica. Es wertet vierteljährlich Immobilieninserate aus. Im Vergleich zu den ersten drei Monaten des Jahres stiegen die Mieten im zweiten Quartal in Freiburg um 6,4 Prozent, in Frankfurt um 3,3 Prozent und in Heidelberg um 2,6 Prozent. Spitzenreiter vor Frankfurt und Heidelberg bleibt weiterhin München mit einem Preis von elf Euro pro Quadratmeter (siehe Grafik). Bei den Kaufpreisen stellte Empirica eine Trendwende in Freiburg, Stuttgart und München fest, wo zum ersten Mal seit fünf Quartalen die Preise anziehen. München behauptet mit einem Durchschnittskaufpreis von 2 912 Euro pro Quadratmeter (qm) auch hier den ersten Rang.

Das Berliner Städtebauinstitut (IFS), das seit elf Jahren jährlich die Preistrends auf Basis sämtlicher Verkäufe von Eigenheimen und Eigentumswohnungen erhebt, kommt zum gleichen Ergebnis: Die Eigenheimpreise steigen – teils deutlich. Einfamilienhäuser sind 2006 in allen Bundesländern außer dem Saarland und Niedersachsen teurer geworden. An der Spitze der Teuerungsraten liegen Hamburg (9,1 Prozent), Berlin (8,6 Prozent) und Hessen (7,3 Prozent).

„In den meisten Regionen in Deutschland dürfte es inzwischen eine Trendwende bei der Preisentwicklung gegeben haben“, sagt Stefan Jokl, Leiter des Städtebauinstituts. Im Bundesdurchschnitt fällt der Preisanstieg weniger drastisch aus, denn wachstumsschwache Regionen glätten die Preiskurve. Im Westen erhöhten sich die Eigenheimpreise um 1,2 Prozent auf die Rekordhöhe von 173 100 Euro, in den neuen Bundesländern um 1,4 Prozent auf 100 100 Euro.

„Wir stellen seit einiger Zeit eine steigende Nachfrage nach Wohneigentum und ein Anziehen der Kaufpreise fest“, bestätigt Worna Zohari, in der Wohnungsgesellschaft Gagfah für den Immobilienverkauf verantwortlich. Dennoch könnten bei Eigentumswohnungen die Preise noch einmal leicht zurückgehen, meint Jokl. Er führt das darauf zurück, „dass Verkäufe von preiswerteren Wohnungen aus dem Bestand von Kommunen die Preise drücken“. Dieser Effekt könnte sich auch in den Zahlen für 2006 niedergeschlagen haben: Bei den Eigentumswohnungen sanken die Preise, im Westen um 0,5 Prozent, im Osten um 5,4 Prozent.

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