Finanzkreise nennen Lone Star und Oaktree als Bieter
Verkauf der TLG Immobilien braucht noch Zeit

Der Verkauf der TLG Immobilien GmbH durch den Bund ist aufgeschoben, aber nicht aufgehoben. Das Bundesfinanzministerium möchte den Verkauf noch in diesem Jahr durchziehen. Mit dem Verfahren vertraute Personen rechnen allerdings erst zum Jahresende mit einem Abschluss.

DÜSSELDORF.Ursprünglich sollten im Oktober unterschriftsreife Verträge ausgehandelt sein. Die Finazkrise hat allen Beteiligten einen Strich durch die Zeitrechnung gemacht. Am vergangenen Montag war Abgabetermin für verbindliche Angebote. Dem Vernehmen nach sind nur noch die beiden US-Finanzinvestoren Lone Star und Oaktree im Rennen um die ostdeutsche Wohn- und Gewerbeimmobilienunternehmen.

In Finanzkreisen wird vermutet, dass die Angebote wegen der Bankenkrise nicht den üblichen Standards entsprechen. Üblich ist, dem Käufer in der letzten Bieterrunde Finanzierungszusagen der Banken vorzulegen. Dies sei zu diesem Zeitpunkt nicht möglich gewesen, hieß es. In der Nacht vor dem Abgabetermin hatte die Bundsregierung den Rettungsplan für den von der Insolvenz bedrohten Immobilienfinanzierer Hypo Real Estate verabschiedet. Die Banken machen mangels Refinanzierungsmöglichkeit zurzeit kein Neugeschäft. Das trifft die Finanzinvestoren.

Die TLG, die einst entstand um Immobilien der Treuhandanstalt zu privatisieren, ist in zwischen als aktiver Käufer, Verkäufer und Projektentwickler ausschließlich auf dem ostdeutschen Immobilienmarkt tätig. Das Immobilienvermögen hat heute einen Wert von rund 1,5 Mrd. Euro. Im Jahr 2007 bescherte die TLG ihrem Eigentümer Bundesrepublik das beste Ergebnis ihrer Geschichte. Der Gewinn nach Steuern verdoppelt sich auf 52,4 Mio. Euro nahezu. Die Mieterlöse stiegen um knapp zehn Prozent auf rund 110 Mio. Euro.

Aus dem Umfeld der Verhandlungspartner war zu erfahren, dass die beiden Bieter die TLG mit deutlich mehr als eine Mrd. Euro bewerten. Nach Abzug der Schulden würde sich der Kaufpreis dann um 700 Mio. Euro bewegen. Weder das Bundesfinanzministerium noch Lone Star und Oaktree äußerten sich zu den Informationen des Handelsblatts.

Beide Bieter verfügen über Erfahrungen auf dem deutschen Immobilienmarkt. Bei Lone Star beruhen sie unter anderem aus der Verwertung nicht bedienter Immobilienkredite, die die Geselschaft in großem Stil bei deutschen Banken aufkaufte und aus der Übernahme des Immobilienfinanzierers Coreal (früher AHBR). Oaktree ist mit 24,2 Prozent größter Aktionär der Deutsche Wohnenn.

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