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19.12.2008 
Projektentwicklung

Finanzkrise stoppt Berliner Bauprojekte

von Christian Hunziker

In Berlin stehen zahlreiche große Bauvorhaben vor dem Aus. Viele Projekte werden nicht begonnen oder im Bau wieder gestoppt. Schuld daran ist in den meisten Fällen die Finanzmarktkrise.

 Pergamon Palais am Kupfergraben, Berlin. Modell: Chamartin-Meermann-GruppeLupe

Pergamon Palais am Kupfergraben, Berlin. Modell: Chamartin-Meermann-Gruppe

BERLIN. Nichts tut sich mehr auf der Brachfläche direkt neben der weltberühmten Museumsinsel in der historischen Mitte Berlins. Die Chamartin-Meermann-Gruppe hat die Bauarbeiten am Pergamon-Palais, einem 50-Mio.-Euro-Projekt mit Büros, Läden und Wohnungen, eingestellt. Auch auf dem Gelände des Monroe-Parks im Stadtteil Lichterfelde sind keine Arbeiter zu sehen: Für den Teil der ehemaligen Telefunken-Fabrik, in dem 250 Loftwohnungen entstehen sollen, hat das Berliner Unternehmen S+P Real Estate einen Baustopp verhängt.

Nicht nur diese Beispiele zeigen, dass der wirtschaftliche Wetterumschwung auch den Berliner Projektentwicklungsmarkt erfasst hat. "Sehr viele Projekte werden aus finanziellen Gründen nicht begonnen oder selbst dann, wenn sie schon in Bau sind, wieder gestoppt", sagt Andreas Schulten, Vorstand des Forschungsinstituts Bulwien Gesa. Dabei hatten die Immobilienmarktforscher noch in einer vor wenigen Wochen vorgestellten Studie von einem Aufschwung des Projektentwicklermarkts in der Region Berlin/Potsdam berichtet und das Volumen der bis 2012 geplanten Neubauflächen auf fünf Mio. Quadratmeter (qm) beziffert.

Frühestens in zwei bis vier Jahren, so die Erwartung von Stefan Best, Geschäftsführer der Hamburgischen Immobilien Handlung (HIH), werde der Markt für Projektentwicklungen wieder anziehen. "An neue Gewerbeprojekte werden von den Banken derzeit besonders hohe Anforderungen gestellt", sagt Best; selbst in guten Lagen verlangten die Geldhäuser Vorvermietungsquoten von 30 bis 40 Prozent.

Besonders krass erwischte die Finanzmarktkrise die Entwickler des Monroe-Parks. Denn an der Objektgesellschaft war ausgerechnet die mittlerweile insolvente US-Investmentbank Lehman Brothers zu 87,5 Prozent beteiligt. "Wir sind auf der Suche nach einem Investor, der die Anteile von Lehman Brothers übernimmt", sagt S+P Real Estate- Projektleiter Volker Imhoff. Sofern dies nicht gelinge, sei man zum Verkauf des auf 70 Mio. Euro veranschlagten Projekts bereit.

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