Flughafen Berlin Tempelhof
Angehende Stadtplaner träumen von Berliner Park

Ein Landschaftspark, ein neues Wohnviertel oder ein Campingplatz - selten hat es so viele verschiedene Vorschläge für die Nutzung eines Gebietes gegeben wie jetzt beim stillgelegten Berliner Fughafen Tempelhof der Fall. Und nun sind noch einmal 22 neue Ideen dazu gekommen. Dass der Senat eines dieser Konzepte berücksichtigt, ist jedoch nicht geplant.
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BERLIN. Ausgedacht haben sich die neuen Ideen Studenten und Studententeams im Rahmen eines Wettbewerbs, den die "International Federation for Housing and Planning" (IFHP), ein weltweites Netzwerk von Immobilienprofis, unter der Überschrift "Urban Technologies for Urban Sustainability" ausgerufen hatte.

Den ersten Preis verlieh die fünfköpfige Jury zwei Architekturstudenten der Universität Wien, Uli Schifferdecker und Pavel Zeldovich. Nach ihrem Konzept soll ein Landschaftspark vor dem Flughafengebäude entstehen. In diesem "Templegarden" würden Flussadern in kleine Seen münden, auf denen wiederum schwimmende Ateliers für ein kulturelles Angebot sorgen. Die alten Landebahnen führen als Brücken übers Wasser. Ein Argument für die Auszeichnung sei gewesen, dass die Fläche unbebaut bliebe und so für Berlins Bürger offen stünde, sagte der Jury-Vorsitzende Frank Barkow.

Auch die Idee von zwei Berliner Studenten öffnet den Bürgern der Hauptstadt die Fläche, die größer ist als der Central Park in New York. Ähnlich wie ihre Kommilitonen aus Wien wollen Jonas Klock und Felix Heisel einen Park auf dem Gelände sehen, umbaut von einer Reihe von Gebäuden, die - aufgereiht an einer Perlenschnur - die vom alten Fughafengebäude vorgegebene Ringform fortsetzen. Im Park könnten die Berliner Bürger in einem Freibad schwimmen und sich zwischen echten und Solarbäumen auf dem Rasen niederlassen. Dem Konzept haben die Berliner den Namen "Eddi" - so kodierte die amerikanische Luftwaffe einst den Flughafen Tempelhof - gegeben und erhielten dafür den dritten Preis. Der Zweite ging an zwei Moskauer Studenten, die ein neues Stadtviertel mit Wohnsiedlungen, Fußgängerzonen, öffentlichen Plätzen und Naherholungszonen entwarfen.

Dass der Senat eines dieser Konzepte berücksichtigt, ist nicht geplant. Vor allem diene solch ein Wettbewerb dazu, die Diskussion anzuregen, sagte Irene Wiese-von Ofen, Jurymitglied und ehemalige IFHP-Präsidentin. Nach den Plänen des Senats selbst sollen bis 2017 ein Landschaftspark, Wohnhäuser und ein Gewerbegebiet auf dem Areal entstehen, konkrete Entscheidungen hat er bisher aber nicht getroffen. Ab sofort öffnet er das Gelände jedoch zumindest für die Bevölkerung, wie die Senatorin für Stadtentwicklung Ingeborg Junge-Reyer am Montag bekannt gab. Ab Herbst werden geführte Touren angeboten, ab Oktober erhalten Sportler Zugang zu den Softball-Feldern, ab Mai 2010 wird das gesamte ehemalige Flugfeld zugänglich sein. Nicht einverstanden waren Aktivisten der Initiative "Tempelhof aufmachen für alle" vom neuen Plan. Sie stören sich vor allem an dem bewachten Zaun, der das Tempelhofer Feld umgeben wird.

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